SpOn 20.05.2026
06:50 Uhr

Diego Maradona: Tochter erhebt schwere Vorwürfe gegen ehemaligen Leibarzt


Der Neurochirurg Leopoldo Luque ist einer der Hauptangeklagten im Prozess um den Tod des früheren Fußballstars Diego Maradona. Dessen Tochter sagte jetzt vor Gericht aus.

Diego Maradona: Tochter erhebt schwere Vorwürfe gegen ehemaligen Leibarzt

Im Prozess im Zusammenhang mit dem Tod der argentinischen Fußballlegende Diego Maradona hat seine Tochter Jana schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Leibarzt ihres Vaters erhoben. Die 30-Jährige sagte am Dienstag vor Gericht, der Neurochirurg Leopoldo Luque habe die Familie dazu gedrängt, Maradona nach seiner Hirnoperation im November 2020 zu Hause pflegen zu lassen.

Der Direktor des Krankenhauses, in dem der Ex-Fußballer operiert worden war, habe dazu geraten, ihn in einer Rehaklinik unterzubringen, sagte Jana Maradona. Luque habe dies aber als »verrückte Option« dargestellt und betont, dass ihr Vater dies ablehne und die Klinik seinen Aufenthalt für Werbezwecke nutzen werde. Stattdessen habe er eine häusliche Pflege als »beste Option« dargestellt und versichert, Maradona würde »rund um die Uhr betreut, wie in einer Klinik, aber angenehmer für meinen Vater«.

»Ein Arzt, dem mein Vater vertraute«

Ihre Familie habe schließlich zugestimmt, sagte Jana Maradona unter Tränen vor Gericht. »Luque war ein Arzt, dem mein Vater vertraute.«

Luque ist einer der Hauptangeklagten eines siebenköpfigen Teams aus Ärzten, Psychiatern, Psychologen und Pflegern, das sich wegen Maradonas Tod vor Gericht verantworten muss. Der Mediziner beteuert seine Unschuld.

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Maradona war am 25. November 2020, wenige Wochen nach seiner Hirnoperation, im Alter von 60 Jahren an einem Herz-Kreislauf-Versagen gestorben. Dem medizinischen Team, das den Fußballstar in einem gemieteten Haus betreut hatte, wird grobe Nachlässigkeit bei Maradonas Behandlung vorgeworfen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hätte der Gesundheitszustand des ehemaligen Fußballstars früher erkannt und behandelt werden können.

Erster Prozess 2025 geplatzt

Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück. Ihre Verteidiger argumentieren, dass Maradona, der jahrelang alkohol- und kokainabhängig war, eines natürlichen Todes gestorben sei.

Im Mai vergangenen Jahres war ein erster Prozess nach zweieinhalb Monaten Verhandlung mit vielen Zeugenaussagen geplatzt. Hintergrund war ein Skandal um die Richterin Julieta Makintach. Diese musste sich wegen Befangenheitsvorwürfen aus dem Verfahren zurückziehen, nachdem Medien ihre Beteiligung an einem Dokumentarfilm über den Fall öffentlich gemacht hatten. Schließlich wurde sie ihres Amtes enthoben.

Im neu aufgerollten Verfahren in San Isidro nahe der Hauptstadt Buenos Aires sollen etwa 120 Zeugen befragt werden. Der Prozess soll bis Juli dauern.

Lesen Sie hier  mehr zu dem Prozess gegen Maradonas medizinisches Team.

bbr/AFP