SpOn 24.11.2025
21:08 Uhr

Diakonie warnt vor wachsendem Antifeminismus unter jungen Männern


Immer mehr junge Männer folgen problematischen Influencern und verharmlosen Gewalt gegen Frauen. Mitarbeiter der Diakonie berichten, dass sich dies in vielen Beratungsgesprächen zeigt. Aktuelle Zahlen bestätigen diese Tendenz.

Diakonie warnt vor wachsendem Antifeminismus unter jungen Männern

Die Diakonie Hamburg warnt vor zunehmendem Antifeminismus unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In Workshops an Schulen und in Beratungsgesprächen würden Fachkräfte vermehrt von jungen Männern berichten, die sich mit Influencern aus der »Manosphere«  identifizieren. Diese propagieren in sozialen Netzwerken stereotype Geschlechterrollen, stellen Männer als Opfer der Gleichberechtigung dar und verharmlosen Gewalt gegen Frauen.

Offizielle Statistiken bestätigen laut Diakonie diese Tendenz: Laut Bundeskriminalamt (BKA) stiegen frauenfeindliche Straftaten im vergangenen Jahr um 73 Prozent. Auch Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, Sexualstraftaten und häusliche Gewalt nahmen zu.

»Diese Normalisierung antifeministischer Haltungen führt dazu, dass Grenzen zunehmend überschritten werden – verbal und manchmal auch mit Taten«, sagte Landespastorin Annika Woydack. Die Diakoniechefin fordert mehr Aufklärung, Prävention und eine konsequente Förderung geschlechtersensibler Bildung für junge Männer.

Gewalt gegen Frauen nimmt zu

Seit mehr als drei Jahrzehnten steht der 25. November weltweit für den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Der Aktionstag – auch als »Orange Day« bekannt – macht mit orangefarben angestrahlten Gebäuden, vielfältigen Aktionen und öffentlichen Demonstrationen auf die anhaltend hohe Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam.

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In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 308 Frauen und Mädchen gewaltsam getötet (32 weniger als 2023), 191 von ihnen durch Partner, Ex-Partner oder andere Familienmitglieder. In allen anderen Bereichen gab es einen Anstieg: 53.451 Frauen wurden Opfer von Sexualstraftaten (plus 2,1 Prozent), 187.128 Frauen ein Opfer häuslicher Gewalt (plus 3,5 Prozent). Die Fälle von digitaler Gewalt wie Nötigung, Bedrohung oder Stalking nahmen um sechs Prozent zu und betrafen 18.224 Frauen. 593 Frauen wurden Opfer von Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung (plus 0,3 Prozent).

lkö/dpa