SpOn 02.12.2025
20:13 Uhr

Deutschland lässt 192 Afghanen per Charterflug nach Erfurt einfliegen


Von Islamabad nach Erfurt: Zahlreiche Afghanen warten in Pakistan auf ihre zugesagte Ausreise nach Deutschland. Die schwarz-rote Regierung hat nun erstmals einen Charterflug einsetzen lassen.

Deutschland lässt 192 Afghanen per Charterflug nach Erfurt einfliegen

Die Bundesregierung aus Union und SPD stoppte das Aufnahmeprogramm für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen im Mai . Aufgrund von Gerichtsentscheidungen holte man dann aber doch mehrere Menschen mit einer Aufnahmezusage per Linienflug aus Pakistan nach Deutschland. Nun hat die Bundesregierung erstmals seit dem Regierungswechsel Afghaninnen und Afghanen aus dem Bundesaufnahmeprogramm per Charterflug nach Deutschland gebracht.

Die 192 Menschen flogen von Islamabad zum Flughafen Erfurt, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mitteilte. Sie wurden anschließend ins Grenzdurchgangslager Friedland in Niedersachsen gebracht, von wo aus sie später auf die Bundesländer verteilt werden.

Afghanen warten auf Ausreise

Weitere Menschen mit einer Aufnahmezusage warten noch in der pakistanischen Hauptstadt auf eine Ausreise nach Deutschland. In den vergangenen Monaten waren mehrfach Afghanen von Islamabad mit Linienflügen nach Deutschland gebracht worden. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums haben 62 von ihnen ein Angebot angenommen, gegen eine Geldzahlung ihren Antrag auf Aufnahme zurückzunehmen. Mit einigen weiteren Afghanen laufen demnach noch Gespräche.

Unter denen, die noch auf eine Ausreise hoffen, sind auch ehemalige Ortskräfte mit ihren Angehörigen. Sie hatten vor der erneuten Machtübernahme durch die Taliban vor mehr als vier Jahren für deutsche Institutionen gearbeitet.

Pakistan hat der Bundesregierung eigentlich nur bis zum Jahresende Zeit für die Aufnahmeverfahren gegeben. Danach werde man die Menschen nach Afghanistan abschieben. Die Bundesregierung geht aber davon aus, dass eine Aufnahme von Afghaninnen und Afghanen mit einer entsprechenden Zusage aus Deutschland auch Anfang kommenden Jahres noch möglich sein wird.

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Neben früheren Ortskräften deutscher Institutionen und ihren Angehörigen sollten über das Programm auch Afghanen aufgenommen werden, die Verfolgung durch die islamistischen Taliban fürchten müssen. Darunter sind etwa Menschen, die sich in der Vergangenheit als Anwälte oder Journalistinnen für Menschenrechte eingesetzt haben. Die Vorgängerregierung von SPD, Grünen und FDP hatte für die Aufnahme von Afghanen mit Aufnahmezusage mehrfach Charterflüge organisiert.

ptz/dpa