SpOn 09.02.2026
08:44 Uhr

Deutschland: Karneval sorgt für Milliardenumsatz


Kamelle und Kostüme – vor allem aber Gastronomie: Mit dem Karneval wird in Deutschland viel Geld gemacht. In Köln kann es für auswärtige Jecken besonders teuer werden.

Deutschland: Karneval sorgt für Milliardenumsatz

Hinter dem bunten Treiben der Jecken in Kneipen, Veranstaltungssälen oder auf der Straße verbirgt sich ein gewaltiges Geschäft. Der Wirtschaft beschert die diesjährige Karnevalszeit nach einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erneut einen Milliardenumsatz.

Trotz der in diesem Jahr deutlich kürzeren Karnevalssession gehen die IW-Ökonomen von bundesweiten Einnahmen von zwei Milliarden Euro aus, wie die »Rheinische Post« und die Nachrichtenagentur Reuters berichten. Der größte Anteil entfalle auf die Gastronomie, gefolgt von Einzelhandel, Transport und Hotelübernachtungen.

»Karneval schafft für ein paar Tage Abstand von den schlechten Nachrichten und rückt ‌das Gemeinsame in den Mittelpunkt«, sagte IW-Ökonom Marc Scheufen. »Das ist nicht nur gut für das eigene Wohlergehen, sondern auch für ⁠die Wirtschaft.«

Besonders Köln profitiert demnach stark: Dort allein werden der Studie zufolge 850 Millionen Euro des Gesamtumsatzes gemacht. Der rheinischen Metropole komme mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent am Umsatz eine zentrale Bedeutung für den Karneval als Wirtschaftsfaktor zu.

Kürzere Session, weniger Umsatz

Insgesamt liege der Umsatz rund 100 Millionen Euro unter dem des Vorjahrs – damals war die Karnevalssession mit 115 Tagen aber auch 15 Tage länger als die diesjährige. Der Grund dafür ist das frühe Osterfest 2026.

Beim Blick auf die unterschiedlichen Branchen liegen den IW-Angaben zufolge die Gastwirte vorn. Insgesamt fließen demnach rund 900 Millionen Euro in die Gastronomie. Auch der Einzelhandel könne sich freuen. Allein für Kostüme, Kamelle und andere Karnevalsartikel werden laut IW Einnahmen von 400 Millionen Euro erwartet. Für Transportmittel wie Bus und Bahn seien rund 290 Millionen Euro Umsatz berechnet, für Übernachtungen rund 210 Millionen Euro. Weitere 162 Millionen Euro fließen in Tickets oder den Wagenbau.

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Die IW-Zahlen zeigen auch, dass Karnevalstouristen in Köln für Übernachtungen mit deutlich steigenden Preisen rechnen müssen. In der Rheinmetropole kostet demnach eine Übernachtung während der Hauptkarnevalstage im Schnitt fast 90 Euro mehr als im Vergleichszeitraum – ein Aufschlag von rund 66 Prozent.

In Städten wie Bremen oder Rottweil stiegen die Preise um mehr als zehn Prozent, in Düsseldorf und Mainz sinken sie laut IW dagegen leicht. Das liege auch daran, dass Düsseldorf und Mainz vor allem Besucher aus der Region anzögen, während Köln viele Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland verzeichne.

Die laufende Karnevalssession hat am 11. November 2025 begonnen und endet am Aschermittwoch, 18. Februar 2026.

apr/dpa/Reuters