Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat im vergangenen Jahr Waren im Wert von 257,5 Milliarden Euro ins Ausland geliefert und damit 5,1 Prozent mehr als 2024. Wichtiger Faktor war nach Angaben des Branchenverbandes ZVEI der starke Dezember, der ein Ausfuhrplus von 10,6 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro brachte. Erstmals seit Langem legten in dem Monat die Importe elektrotechnischer und elektronischer Güter weniger stark zu als die Exporte.
»Bemerkenswert ist, dass die Elektroexporte im vergangenen Jahr in nahezu alle Top-20-Abnehmerländer zulegen konnten«, erläuterte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. »Die einzigen Ausnahmen bilden hier ausgerechnet die beiden größten Abnehmerländer: die USA und China.«
Die Lieferungen in die USA sanken nach Angaben des Verbandes binnen Jahresfrist um 3,0 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro. Dennoch überholten die Vereinigten Staaten China als größten Abnehmer von Elektronik »Made in Germany« nach einem Jahrzehnt wieder, wie Gontermann einordnete. Nach China gingen im vergangenen Jahr Ausfuhren von 23,5 Milliarden Euro und somit 6,2 Prozent weniger als 2024.
Exportgeschäft in Europa durchgängig mit Zuwächsen
Auf den weiteren Plätzen der zehn wichtigsten Abnehmerländer für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie stehen ausschließlich europäische Länder. Dort gab es durchgängig Zuwächse. Mit einem Plus von 7,3 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro belegen die Niederlande Rang 3, dicht gefolgt von Frankreich (15,8 Milliarden Euro).
Besonders kräftig zogen die Branchenausfuhren in die außerhalb der Top Ten platzierten Länder Dänemark und Taiwan an, die jeweils um 22,9 Prozent auf 4,1 Milliarden beziehungsweise 3,6 Milliarden Euro hochschnellten. Deutliche Zuwächse verbuchte die Branche auch im Geschäft mit Mexiko und Indien.
US-Zölle belasten Maschinenbau: Exporte sinken 2025 deutlich
Die Maschinenbaubranche kam dagegen nicht so gut davon. Die Ausfuhren sanken 2025 um 1,8 Prozent gegenüber 2024, wie der Branchenverband VDMA in Frankfurt am Main mitteilte. Preisbereinigt lag der Rückgang sogar bei 3,3 Prozent. Steigende Exporte im Dezember konnten das Jahresminus nicht verhindern.
Insgesamt wurden 2025 Maschinen und Anlagen im Wert von 198,5 Milliarden Euro aus Deutschland in die Welt exportiert. Damit schrumpften die Ausfuhren etwas stärker als die Produktion, die laut VDMA preisbereinigt um 2,6 Prozent zurückging und damit das dritte Jahr in Folge schrumpfte.
2025 blieb das Geschäft mit den EU-Ländern robust, dennoch lagen hier die Exporte mit nominal 0,3 Prozent leicht im Minus. Auf dem wichtigsten Einzelmarkt für den Maschinen- und Anlagenbau, den USA, gingen die Exporte um 8,0 Prozent auf knapp 25,2 Milliarden Euro zurück, so der VDMA. Die wichtigen Ausfuhren nach China schrumpften zudem um 8,2 Prozent im Jahresvergleich.
Auch für dieses Jahr ist der Maschinenbau wenig zuversichtlich. Die Branche, die rund eine Million Menschen in Deutschland beschäftigt, kämpft seit Langem mit schleppender Nachfrage. Zuletzt gab es Anzeichen für eine Erholung. Dieses Jahr soll die Produktion laut VDMA wieder steigen.
