Die Deutsche Bank hat 2025 einen beachtlichen Gewinnsprung gemacht. Mit gut 9,7 Milliarden Euro erzielte der Frankfurter Dax-Konzern das höchste Vorsteuerergebnis seiner Geschichte. Konzernchef Christian Sewing sieht das Institut »auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, der europäische Champion zu werden«. Den Anteilseignern winken eine höhere Dividende und weitere Aktienrückkäufe. Für die Aktie ging es dennoch abwärts.
In der ersten Handelsstunde verlor das Papier rund 2,7 Prozent und gehörte zu den Schlusslichtern im Dax, bevor es das Minus etwas eingrenzen konnte. Allerdings hat die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um fast zwei Drittel zugelegt. Analysten zeigten sich von den Jahreszahlen positiv überrascht.
Alles in allem entfiel auf die Aktionäre des Konzerns 2025 ein Überschuss von 6,1 Milliarden Euro, teilte die Deutsche Bank mit. Höher war der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss nur im Rekordjahr 2007. Die Anteilseigner können sich nun auf einen Euro Dividende je Aktie freuen, rund anderthalbmal so viel wie im Vorjahr.
Razzia und Ermittlungen
Getrübt wird der Geschäftserfolg durch die erneuten Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Vortag bekannt wurden: Ermittler durchsuchten die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main sowie Geschäftsräume in Berlin. Eine Rolle soll auch der russische Oligarch Roman Abramowitsch spielen (lesen Sie hier mehr dazu).
»Nach den Informationen, die uns vorliegen, geht es um Transaktionen aus den Jahren 2013 bis 2018. Ausgangspunkt ist eine vorgeblich zu spät abgegebene Geldwäscheverdachtsanzeige«, sagte Sewing. Auf dieser Basis prüfe die Frankfurter Staatsanwaltschaft, ob es Anhaltspunkte für mögliche Geldwäsche gebe.
Vorwürfe, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen und Verdachtsanzeigen zu spät abgegeben zu haben, haben der Deutschen Bank schon mehrfach Ärger eingebracht. Das Institut musste Bußgelder zahlen, die Finanzaufsicht Bafin ließ über Jahre bis Ende 2024 einen Sonderaufpasser überwachen, welche Fortschritte die Bank bei Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung macht.
Vorstand schraubt Geschäftsziele nach oben
Mit Blick auf die Bilanz hat sich die Spitze der Deutschen Bank bereits ehrgeizigere Ziele gesetzt. Deutlich höhere Erträge und weitere Einsparungen sollen die Rendite auf das materielle Eigenkapital bis 2028 auf mehr als 13 Prozent heben. Den für 2025 angepeilten Wert von über zehn Prozent hat die Bank mit 10,3 Prozent erreicht.
Für das neue Jahr rechnet der Vorstand mit höheren Einnahmen: Nachdem die Erträge 2025 um sieben Prozent auf 32,1 Milliarden Euro gestiegen waren, sollen sie 2026 weiter auf etwa 33 Milliarden zulegen. Allerdings dürften auch die Kosten wegen hoher Investitionen leicht steigen.
Sewing hatte die Führung 2018 in einer langen und tiefen Krise übernommen. Mit dem Abbau Tausender Stellen und einer starken Verkleinerung der hauseigenen Investmentbank brachte er den Dax-Konzern wieder auf Gewinn- und Wachstumskurs. Lesen Sie hier mehr über Sewing .
