SpOn 07.03.2026
02:00 Uhr

Deutsche Bahn: Jeder dritte Mitarbeiter erwägt Kündigung wegen Gewalt


Immer mehr Beschäftigte der Bahn denken wegen wachsender Gewalt in Zügen und Bussen über einen Jobwechsel nach. Laut einer Umfrage erwägt fast jeder Dritte eine Kündigung. Viele nennen zunehmende Unsicherheit als Hauptgrund.

Deutsche Bahn: Jeder dritte Mitarbeiter erwägt Kündigung wegen Gewalt

Wegen der zunehmenden Gewalt in Zügen und Bussen fürchtet die Deutsche Bahn laut einer aktuellen Umfrage, dass viele Beschäftigte das Unternehmen verlassen könnten. Fast jeder dritte Bahnmitarbeiter denkt über eine Kündigung nach, wie eine Umfrage der Eisenbahn-Gewerkschaft (EVG) unter ihren Mitgliedern ergab, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorlag. Als Grund nannte ein Drittel der Befragten den Anstieg von Unsicherheit und Gewalt.

Zwei Drittel der Befragten fühlen sich auf der Arbeit demnach immer unsicherer, die Hälfte hat bereits einen körperlichen Übergriff erlebt. Beschimpfungen, Beleidigungen oder gar Bedrohungen waren insgesamt 85 Prozent derjenigen ausgesetzt, die im Kundenkontakt bei der Bahn arbeiten.

»Die ausufernde Gewalt bringt das ganze System ins Wanken«, mahnte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Kristian Loroch mit Blick auf die hohe Anzahl derer, die den Beruf gegebenenfalls verlassen wollen. Einen so massiven Personalverlust könne kein Unternehmen kompensieren. Bahnunternehmen und Politik müssten das Problem endlich in den Griff bekommen. »Sonst könnten bald massenhaft Züge und Busse wegen Personalmangels stehen bleiben«, betonte Loroch.

Länder lehnen Pflicht zur Doppelbesetzung bei Zugbegleitern ab

Die Ergebnisse der Befragung belegen einen langjährigen Trend, der im Februar mit dem brutalen Angriff auf den Schaffner Serkan C. gipfelte. Der 36-Jährige war von einem Schwarzfahrer tödlich angegriffen worden und erlag seinen Verletzungen .

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Arbeitnehmervertreter fordern nach dem tödlichen Vorfall mehr Personal und den Einsatz von Bahnmitarbeitern im Team. So ließe sich das Risiko weiterer Angriffe deutlich verringern. Auch die Bahn-Regionaltochter DB Regio sprach sich für eine »Priorisierung« von Doppelbesetzungen aus.

Die Länder lehnen eine generelle Pflicht zu Zweierteams jedoch ab. Und fordern mehr Geld vom Bund (mehr dazu hier ).

jon/AFP