SpOn 18.02.2026
15:23 Uhr

Deutsche Bahn: Hamburg–Berlin - Länder beschweren sich über stockende Sanierung


Bis zwischen Hamburg und Berlin wieder Züge fahren, kann es noch dauern. Das verärgert die Bundesländer entlang der Strecke: Sie wollen schnell Klarheit. Und nicht für den Ersatzverkehr zahlen.

Deutsche Bahn: Hamburg–Berlin - Länder beschweren sich über stockende Sanierung

Fünf Bundesländer haben sich bei der Deutschen Bahn über die verzögerte Sanierung der Strecke Hamburg–Berlin beschwert. Die Regierungschefs aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein fühlen sich offenbar übergangen: Die Bahn habe die Bauarbeiten verlängert, ohne sie vorher zu informieren, heißt es in einem Brief an Konzernchefin Evelyn Palla, über den zunächst die »Bild« berichtete . Das schädige »das Vertrauen in die Infrastrukturpolitik des Bundes«.

Den Ländern fehle zudem ein abgestimmter, verlässlicher Terminplan. Dafür setzen sie nun eine Frist: »Wir erwarten eine Klärung und Ihre Antwort zu einem konkreten Maßnahmen- und Zeitplan bis zum 2. März 2026«, heißt es weiter.

Die Bahn solle alle Ressourcen bündeln, damit die Streckensanierung bald abgeschlossen ist. Zudem müsse sie sicherstellen, dass Fahrgäste weiter den Ersatzverkehr nutzen können, ohne dass Länder und Kommunen draufzahlen müssen. Es sei wichtig, sich über das weitere Vorgehen mit allen Beteiligten abzustimmen.

Schnee und Frost behindern Bauarbeiten

Die Bahn hatte am Montag mitgeteilt, dass sich die Arbeiten an der Strecke verzögern. Eigentlich sollte sie bis Ende April fertig saniert sein – bevor am 1. Mai die Strecke Lüneburg-Hannover saniert wird, die Züge zwischen Hamburg und Berlin derzeit noch als Ausweichstrecke nutzen. Jetzt will der Konzern erst am 13. März einen neuen Zeitplan mitteilen. Am Dienstag hieß es, es gehe um eine Verzögerung von »wenigen Wochen, nicht von Monaten«.

Als Grund nannte die Bahn das Winterwetter; diverse Arbeiten seien deshalb nicht möglich gewesen. Die Branche äußerte sich empört. Der Geschäftsführer des Branchenverbands Güterbahnen etwa bezeichnete die Verschiebung gegenüber dem SPIEGEL als »Trauerspiel, das sich nicht mit Winter im Winter erklären lässt«.

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esw/dpa