SpOn 05.03.2026
08:58 Uhr

Deutsche Bahn: Evelyn Palla verspricht bessere Fahrgastinfos noch 2026


Um über Verspätungen, Gleiswechsel oder Zugausfälle zumindest besser zu informieren, arbeitet die Deutsche Bahn an einem System für neue Reiseinfos. Fahrgäste sollen davon auch dank KI profitieren.

Deutsche Bahn: Evelyn Palla verspricht bessere Fahrgastinfos noch 2026

Mit vollen Koffern von einem Bahnsteig unerwartet zum anderen hetzen oder länger am zugigen Gleis stehen als vorhergesehen: Solche Situationen sollen für Bahn-Kundinnen und Bahn-Kunden nun deutlich seltener auftreten. Nicht weil die Deutsche Bahn die Probleme in den Griff bekommt, sondern weil sie besser darüber informieren will.

»Die Kundinnen und Kunden sollen noch in diesem Jahr merken, dass die Kundeninformation besser wird«, sagte Konzernchefin Evelyn Palla der Nachrichtenagentur dpa. »In der Vergangenheit haben wir zu wenig Fokus auf dieses fundamental wichtige Thema für die Fahrgäste gelegt.« Konkret will die Bahn bei den Benachrichtigungen über Ausfälle, Verspätungen oder Gleiswechsel genauer und schneller werden.

Bereits im Frühjahr 2025 hatte die Deutsche Bahn, damals noch unter Pallas Vorgänger Richard Lutz, Verbesserungen bei der Kommunikation mit Reisenden angekündigt. Damals wurden zunächst »fast hundertprozentig« richtige Angaben zur Wagenreihung versprochen.

Präzisere Daten aus den Leitstellen

Nachfolgerin Palla sagte zu den neuen Plänen: »Gerade bei vielen Fahrplanabweichungen ist es wichtig, dass wir unsere Fahrgäste gut informieren und aktuelle, verlässliche und konsistente Daten in den unterschiedlichen Kundenkanälen haben.« Bei täglich mehr als 20.000 Fern- und Regionalzügen allein der bundeseigenen Deutschen Bahn kann das kompliziert sein.

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Im Blick stehen zum einen Daten zur Position der Züge und zu Gleiswechseln, die von der Konzerntochter DB InfraGo als Gleisnetzbetreiberin stammen. »Die wollen wir so früh wie möglich in die Informationssysteme bekommen – direkt, wenn sie vorliegen«, sagte Palla. Zum anderen wolle die Bahn für die eigenen Fern- und Regionalzüge schneller präzisere Daten etwa zu Verspätungsprognosen aus den Leitstellen in die Kundensysteme einspielen.

Damit die Gesamtsituation der Fahrgäste besser wird, sind aber auch die Wettbewerber am Zug, die der Bahn inzwischen vor allem im Regionalverkehr Konkurrenz machen. Wichtig sei, dass alle anderen Verkehrsunternehmen auf der Schiene ebenfalls präzise Daten lieferten, so die Bahn-Chefin. »Am Ende ist das eine Gemeinschaftsaufgabe der gesamten Branche.«

Dabei setzt die Managerin auch auf neue Technik. »Wir müssen hier auch noch mehr als in der Vergangenheit auf künstliche Intelligenz setzen, insbesondere bei den Verspätungsprognosen können wir da Verbesserungen erzielen.«

apr/dpa