SpOn 07.03.2026
15:36 Uhr

Demokratie: Bundesländer melden mehr rechtsextreme Vorfälle an Schulen


Auch 2025 erfassten viele Bundesländer einem Medienbericht zufolge mehr rechtsextreme Vorfälle an Schulen. Sachsens CDU-Kultusminister bezeichnet Rechtsextremismus als »größtes gesellschaftliches Problem«.

Demokratie: Bundesländer melden mehr rechtsextreme Vorfälle an Schulen

In zahlreichen Bundesländern steigt einem Bericht der »Welt am Sonntag«  zufolge die Zahl rechtsextremer Vorfälle an Schulen. Die Zeitung fragte die Werte bei den zuständigen Ministerien der Länder ab. Grundlage sind demnach »besondere Vorkommnisse«, die Schulleitungen melden, etwa »politische oder religiös extremistische Einwirkungen« oder »rassistische oder antisemitische Vorfälle«.

»Rechtsextremismus ist unser größtes gesellschaftliches Problem«, sagte der Kultusminister ​von Sachsen, Conrad Clemens (CDU), der Zeitung. In seinem Bundesland wurden 2023 dem Bericht zufolge 149 rechtsextreme Vorfälle an Schulen ‌erfasst, 2024 waren es 155 und 2025 bereits 245.

Die »Welt am Sonntag« weist darauf hin, dass sich die Zahlen zwischen den Bundesländern wegen ​unterschiedlicher Zählweisen nicht vergleichen ließen. Der Trend sei jedoch evident.

So stieg die Zahl rechtsextremer Vorfälle an Schulen in ⁠Thüringen von 113 ⁠im Jahr 2023 auf 198 im Jahr 2025. In Hessen wuchs die Zahl gemeldeter Vorfälle von 39 im Jahr 2023 auf 159 im Jahr 2025, in Berlin von 74 (2023) auf 126 (2025), in Rheinland-Pfalz von ‌25 (2023) auf 78 (2025).

Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete im Schuljahr 2024/2025 235 Meldungen zu extremistischen ​Hintergründen oder verfassungswidrigen Kennzeichen. ‌Im vorherigen Schuljahr waren 195 entsprechende Vorfälle gemeldet worden. Im laufenden Schuljahr wurden bislang 98 Vorkommnisse erfasst.

Mehr rechtsextreme Straftaten

In Sachsen-Anhalt stiegen die polizeilich registrierten rechtsextremen Straftaten an Schulen laut dem Zeitungsbericht von 74 im Jahr 2023 auf 192 im Jahr 2024. »Rechtsextreme Vorfälle an Grundschulen sind besonders ‌besorgniserregend. Sie zeigen, wie wichtig eine frühe Vermittlung demokratischer Werte ist, die nicht nur in der Schule, sondern ebenso und besonders im Elternhaus beginnen muss«, sagte die Innenministerin des Bundeslandes, ‌Tamara Zieschang (CDU), der »Welt am Sonntag«.

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In Brandenburg ​hat sich die Zahl der rechtsextremen ‌Vorfälle an Schulen dem Bericht zufolge zwischen 2022/2023 und 2023/2024 von 117 ‌auf 560 ​nahezu verfünffacht. 2024/2025 war die Zahl wieder niedriger und lag bei 386. Für 2025/2026 weist das Ministerium 109 Fälle im ersten Halbjahr ​aus.

In Nordrhein-Westfalen registrierte die Polizei 2023 ⁠277 politisch motivierte Straftaten im Bereich von ​Schulen und ​Hochschulen. 2024 waren es 452. Für 2025 liegen Erkenntnisse zu 461 Fällen vor.

kko/AFP/Reuters