SpOn 07.01.2026
09:15 Uhr

Dax springt erstmals über Marke von 25.000 Punkten


Anleger haben noch Hoffnung für die deutsche Wirtschaft: An der Frankfurter Börse hat der ‌Leitindex Dax erstmals die 25.000-Punkte-Marke geknackt. Auch der Ölpreis spielt eine Rolle.

Dax springt erstmals über Marke von 25.000 Punkten

In der Hoffnung auf ein Comeback der deutschen Wirtschaft decken sich weitere Anleger mit deutschen Aktien ein. Der deutsche Leitindex Dax hat erstmals in seiner Geschichte die Marke von 25.000 Punkten überschritten und stieg in den ersten Handelsminuten auf 25.003,73 Zähler.

Dass die Anleger wieder optimistischer auf die deutsche Wirtschaft blicken, dürfte vor allem an der Aussicht auf zahlreiche öffentliche Konjunkturimpulse durch die angekündigten Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der Bundesregierung liegen.

Auch die Saisonalität spricht für den Dax: Der Januar zählt regelmäßig zu den stärkeren Börsenmonaten. Ungelöste Konflikte trieben die Kurse ebenfalls. Da sich beispielsweise der Ukrainekrieg weiter hinzieht, waren hierzulande Rüstungsaktien gefragt.

Börsen weltweit im Aufwind

Der US-Angriff in Venezuela und die Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro durch Elitetruppen verschreckten die Anleger nicht. So mancher macht sich eher Hoffnung auf sinkende Ölpreise, die sich auch schon ein Stück weit bewahrheitet hat. So gaben die Ölpreise am Mittwoch im frühen Handel weiter nach, wohl in Erwartung auf ein möglicherweise bald steigenden Angebots aus dem ölreichen Venezuela.

US-Präsident Donald Trump griff zudem direkt in die Ölgeschäfte ein und sicherte sich die Kontrolle über Einnahmen aus dem Verkauf des Rohstoffs. Das südamerikanische Land werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel an sanktioniertem Öl an die USA liefern, kündigte er auf der Plattform Truth Social an.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März verbilligte sich am Morgen um 56 Cent oder knapp ein Prozent auf 60,14 Dollar, nachdem der Preis bereits am Dienstag um knapp zwei Prozent gesunken war. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI mit Lieferung im Februar sank um 73 Cent oder 1,3 Prozent auf 56,40 Dollar. Billigeres Öl ist gut für die Weltwirtschaft, kann den Inflationsdruck mindern und weitere Zinssenkungen durch Notenbanken bedeuten.

Die Börsenstimmung ist derzeit insgesamt ausgesprochen freundlich. In Europa nimmt das Eurozonen-Leitbarometer EuroStoxx 50 allmählich Kurs auf die Marke von 6000 Zählern. Rückenwind kommt aber auch von der Wall Street, wo der Leitindex Dow Jones Industrial inzwischen auf die Marke von 50.000 Punkten zusteuert.

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Schon am Montag hatte Hoffnung auf eine Wirtschaftsbelebung in Deutschland den Dax auf ein Rekordhoch getrieben; auch Bestmarken an den US-Börsen trugen dazu bei.

Die Rally an den Börsen steht in starkem Gegensatz zur gegenwärtig noch schlechten konjunkturellen Lage in Deutschland. Die Blicke der Investoren richten sich oft aber nicht auf die aktuelle Lage, sondern auf künftige Gewinne. Zudem sind die 40 im Dax geführten Konzerne international aufgestellt und machen den Großteil ihrer Umsätze im Ausland.

apr/dpa