SpOn 20.01.2026
17:09 Uhr

Davos: Emmanuel Macron plant kein Treffen mit Donald Trump


Der US-Präsident will in Davos mit europäischen Spitzenpolitikern über Grönland sprechen. Doch sein französischer Amtskollege Macron reagiert ablehnend – offenbar eine Reaktion auf Trumps eigenwilligen Kommunikationsstil.

Davos: Emmanuel Macron plant kein Treffen mit Donald Trump

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plant nicht, ‌beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit US-Präsident Donald Trump zu sprechen. Das sagte Macron vor der Presse in Davos. Dabei trug er eine Sonnenbrille, offenbar aufgrund eines Augenleidens. Trump hatte zuvor für Mittwoch ein Gipfeltreffen mit europäischen Spitzenpolitikern angekündigt, um über seine Ansprüche auf die zu Dänemark gehörende Insel Grönland zu sprechen.

Mit Blick auf die von Trump angedrohten Zölle rief Macron zu Umsicht auf. »Wir werden ruhig bleiben und unsere Interessen sowie unsere Produzenten verteidigen«, sagt er. Die Nato sei angesichts Trumps Plänen, Grönland zu übernehmen, zu einer »geschwächten Institution« geworden.

Seinen Plan für ein G7-Treffen mit Russland am Donnerstag in Paris hat Macron ebenfalls aufgegeben. »Es ist kein Treffen geplant«, sagte Macron. Trump hatte zuvor eine persönliche Nachricht von Macron veröffentlicht, in der Macron ihm ein solches Treffen samt einem gemeinsamen Abendessen in Paris vorgeschlagen hatte. Im Umfeld Macrons war die Echtheit der Nachricht bestätigt worden.

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Macron hatte demnach vorgeschlagen, auch Vertreter Russlands, Dänemarks und Syriens nach Paris einzuladen. Das Abendessen mit Trump wäre zeitlich mit dem in Brüssel geplanten EU-Sondergipfel zusammengefallen.

Selenskyj knüpft Teilnahme an Treffen in Davos an Bedingungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will seine Reise zum Weltwirtschaftsforum in Davos von Zusagen der USA abhängig machen. Er werde nur dann in die Schweiz reisen, wenn dort Dokumente über Sicherheitsgarantien mit den USA sowie einen Wiederaufbauplan unterzeichnet werden könnten, sagt Selenskyj.

Zunächst sei er in Kyjiw geblieben, um sich um die Folgen eines neuen schweren Luftangriffs Russlands zu kümmern. Dieser habe über Nacht die Heizungsversorgung für etwa die Hälfte der Wohngebäude in der Hauptstadt lahmgelegt.

Zudem habe es die Ukraine 80 Millionen Dollar gekostet, ihn abzuwehren. »Sicherlich habe ich mich in diesem Fall für die Ukraine entschieden, nicht für das Wirtschaftsforum, aber alles kann sich jeden Moment ändern«, erklärt Selenskyj in einem Online-Chat mit Medienvertretern. »Denn es ist für die Ukrainer sehr wichtig, diesen Krieg zu beenden.«

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Auch hinsichtlich Grönland äußerte sich der ukrainische Präsident und pochte auf dessen Zugehörigkeit zu Dänemark. »Wir respektieren – und ich persönlich respektiere zutiefst – Dänemark und seine Souveränität und territoriale Integrität.« Er wünsche sich, dass die USA Europa zuhören. »Ich glaube, dass genau das geschehen wird, und ich bin zuversichtlich, dass es keine größeren Bedrohungen geben wird.«

mgo/AFP/Reuters