SpOn 06.03.2026
12:21 Uhr

David Ellison verspricht CNN redaktionelle Unabhängigkeit


David Ellisons Medienunternehmen steht davor, die Muttergesellschaft von CNN zu übernehmen. Der Trump-nahe Milliardär verspricht: Unser Geschäft soll die Wahrheit sein. Das wird sich nicht ändern.« Bei CNN sorgt man sich trotzdem.

David Ellison verspricht CNN redaktionelle Unabhängigkeit

Bei CNN herrscht nackte Panik, heißt es, seit bekannt wurde, dass der neue Besitzer des Senders David Ellison heißen wird. Denn der Besitzer von Mediengigant Paramount Skydance und Sohn des Techmilliardärs Larry Ellison gilt als Trump-Vertrauter. In einem Fernsehinterview versuchte Ellison nun aber, die Sorge zu zerstreuen.

»Die redaktionelle Unabhängigkeit wird gewahrt werden«, sagte der Unternehmer laut Medienberichten  im Interview. »Unser Geschäft soll die Wahrheit sein, soll Vertrauen sein. Das wird sich nicht ändern.«

Vergangene Woche hatte die Mutterfirma von CNN, der Hollywoodkonzern Warner Bros. Discovery, der Übernahme durch Paramount Skydance für 111 Milliarden Dollar zugestimmt. Ein zuvor laufender Bieterkrieg zwischen Paramount und Netflix war abrupt geendet, nachdem Netflix vergangene Woche überraschend den Rückzug aus dem Geschäft verkündet hatte – wohl auf Druck des Weißen Hauses. Seitdem herrscht in Hollywood Sorge, dass der neue Superkonzern die Arbeitsbedingungen in der Traumfabrik untergraben könnte. Und bei CNN, wie gesagt, die Panik.

Erstens, weil bekannt war, dass Donald Trump sich sehr gewünscht hatte, dass die mit ihm befreundeten Ellisons den verhassten Feindsender CNN übernehmen. Und zweitens, weil Paramounts Geldgeber für den Deal – Saudi-Arabien, Abu Dhabi, Katar und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner – nicht für ihre Liebe zum Qualitätsjournalismus bekannt sind. »Die Armee, die seit zehn Jahren versucht, die Burg CNN zu stürmen, hat es geschafft«, kommentierte ein Medienbeobachter. »Donald Trump hat das Tor niedergerissen.«

Diese Sorgen will David Ellison nun also zerstreuen. CNN, sagte er, sei eine »unglaubliche Marke« mit einem »unglaublichen Team«. »Wir glauben absolut an die Unabhängigkeit dieser unglaublichen Journalisten, die wir auch in Zukunft unterstützen wollen.«

Die Sorgen der CNN-Angestellten sind nicht unbegründet. Ellison hat auch Paramount erst im vergangenen Jahr gekauft und sich dann selbst an die Spitze gesetzt. Dann beförderte er die konservative ehemalige Kolumnistin Bari Weiss zur Chefin des Paramount-Prestigesenders CBS News, die dort seitdem für einigen Ärger sorgte. Vor Kurzem hat Fernsehlegende Anderson Cooper, der Moderator der traditionsreichen CBS-Sendung »60 Minutes«, seinen Abschied bekannt gegeben. Alles Dinge, die CNN-Journalisten weiterhin Sorgen machen dürften.

mbo