David Cameron, 59, kann sich bei seiner Frau bedanken. Und bei einem Radiobeitrag, den beide zusammen gehört haben. Das Thema: Prostatakrebs. Samantha Cameron drängte ihren Ehemann danach dazu, sich untersuchen zu lassen. Eine Biopsie bestätigte die Erkrankung, das hat der britische Ex-Premier nun der britischen »Times« gesagt.
Die Behandlung sei erfolgreich gewesen, sagte Cameron weiter, der nun aufklären will. »Man fürchtet sich immer davor, diese Worte zu hören«, berichtete Cameron von dem Moment, als er seine Diagnose erhielt . »Und dann, während die Worte buchstäblich aus dem Mund des Arztes kommen, denkst du: ›Oh nein, er wird es sagen. Er wird es sagen. Oh Gott, er hat es gesagt‹«, sagte Cameron.
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Der konservative Politiker war von 2010 bis 2016 Premierminister und später Außenminister in der Regierung von Ex-Premier Rishi Sunak. Eigentlich rede er »nicht besonders gern« über solch intime Themen, sagte er der Zeitung. Er wolle jedoch seine Stimme nutzen, um sich für eine gezielte Vorsorgeuntersuchung für Männer mit hohem Risiko einzusetzen.
Der BBC zufolge ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern in Großbritannien. Betroffen sind vor allem Männer über 70 Jahre, unter 50-Jährige hingegen eher selten.
Derzeit gibt es laut dem Sender im Vereinigten Königreich kein Screening-Programm für Prostatakrebs, da es Bedenken hinsichtlich der Genauigkeit von sogenannten PSA-Tests gibt. Bei einem PSA-Test wird die Konzentration des prostataspezifischen Antigens im Blut bestimmt, seine Aussagekraft ist aber begrenzt, es kommt auch zu falsch positiven Ergebnissen. Auch bei Cameron wurde ein PSA-Test durchgeführt, bis zur Gewissheit gab es aber mehrere Untersuchungen.
Cameron setzt sich jetzt für gezielte Screening-Programme für Prostatakrebs ein, wie er der »Times« sagte.
