Der beste Satz der WM-Geschichte? 117,44 Punkte erzielte Gary Anderson im fünften Durchgang seines Halbfinals bei der Darts-WM 2026 im Londoner Alexandra Palace pro drei Darts – absolute Weltklasse. Den Satz gewann der Doppelweltmeister (2015 und 2016) aber dennoch nicht. Denn Gian van Veen macht es noch besser. Aber der Reihe nach: Beim Stand von 1:3 in den Sätzen brauchte Anderson für den Gewinn des ersten Legs zunächst nur zehn Darts, um die 501 Punkte auf null zu bringen, bevor er im zweiten Leg mit 170 Punkten das höchstmögliche Finish schaffte. Aber van Veen spielte zunächst einen 11-Darter, checkte dann ebenfalls 170 Punkte, bevor er sich noch das Entscheidungsleg im fünften Satz holte. 4:1 statt 3:2 in Sätzen aus seiner Sicht. Die 117,44 von Anderson sind nun der höchste Punkteschnitt, mit dem bei diesem Turnier ein Satz verloren wurde.
Die Ergebnisse: Gian »The Giant« van Veen schlägt Gary Anderson 6:3. Im Finale trifft er auf Luke »The Nuke« Littler, der Ryan Searle 6:1 besiegt.
𝗣𝗗𝗖 𝗪𝗼𝗿𝗹𝗱 𝗖𝗵𝗮𝗺𝗽𝗶𝗼𝗻𝘀𝗵𝗶𝗽 𝘚𝘍
— PremiumDartdata (@PremiumDartData) January 2, 2026
6️⃣ Gian VAN VEEN (102.99)🇳🇱
3️⃣ Gary ANDERSON (102.91)🏴
📊110.48 scoring average
🎙Eleven 180s
🎯55% checkout in darts
▪️70% in turns
💯 Three 100+ checkouts
▪️170-117-107#WCDarts #PremDartData pic.twitter.com/0iGnhNlaPk
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Ein neuer (Darts-)König für die Niederlande: Der Erfolg von Raymond van Barneveld machte Darts in den Niederlanden zu einer Art Volkssport, sein Landsmann Michael van Gerwen dominierte die 2010-Jahre. Nun steht mit van Veen ein dritter Niederländer in einem Finale der PDC-WM. Gegen Anderson ließ van Veen sich auch von Buhrufen des Publikums nicht aus der Ruhe bringen. Im Viertelfinale besiegte er die Nummer zwei der Welt, Luke Humphries, glatt. Van Veen scheint reif für den Titel. Und obwohl der 23-Jährige vor diesem Turnier bei seinen ersten beiden WM-Teilnahmen kein einziges Spiel gewonnen hat, ist sein Erfolg keine Sensation. Niemand hat in diesem Jahr bei den großen TV-Turnieren eine bessere Trefferquote auf die acht Millimeter breiten Doppelfelder gehabt, die es braucht, um ein Leg zu gewinnen. Im Herbst gewann van Veen mit der European Championship sein erstes großes Turnier. Die neue Nummer eins der Niederlande ist er schon, ab Montag wird van Veen auch mindestens die Nummer drei der Welt sein.
Jünger ward es nimmer: Hätte Gary Anderson sein sechstes WM-Finale erreicht, es wäre das Endspiel mit dem größten Altersunterschied zwischen den Kontrahenten geworden. Anderson ist 55 Jahre alt, Luke Littler 18. Van Veen und Littler kommen gemeinsam auf 41 Jahre. Darts ist ein Sport für junge Leute, scheint es.
𝗣𝗗𝗖 𝗪𝗼𝗿𝗹𝗱 𝗖𝗵𝗮𝗺𝗽𝗶𝗼𝗻𝘀𝗵𝗶𝗽 𝘚𝘍
— PremiumDartdata (@PremiumDartData) January 2, 2026
6️⃣ Luke LITTLER (105.35)🏴
1️⃣ Ryan SEARLE (93.31)🏴
📊115.05 scoring average
🎙Ten 180s
🎯59% checkout in darts
▪️77% in turns
💯 Two 100+ checkouts
▪️110-100#WCDarts #PremDartData pic.twitter.com/U688QCXBxp
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Dominante Nummer eins: 3:0, 3:0, 4:0, 4:2, 5:0, 6:1: Mit diesen Ergebnissen hat sich Littler zum dritten Mal in Folge ins Finale der Darts-WM gespielt – und blieb damit auch im zehnten Halbfinale eines Major-Turniers ungeschlagen. Die Nummer eins der Welt wird ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht. Die Hoffnung auf ein spannendes Semifinale gegen Searle war schnell vorbei. »Heavy Metal« gewann zwar den ersten Satz, Littler lag damit zum ersten Mal bei dieser WM zurück. Es folgten aber sechs Satzgewinne infolge für Littler.
Psychospielchen ohne Erfolg: Bei 182 Punkten Rest gibt es nur einen Grund für einen Dartsprofi, eine 180 zu werfen: den Gegner aus dem Konzept zu bringen. Das war wahrscheinlich auch die Idee von Searle, als er dies im dritten Satz bei 2:1-Führung in den Legs tat. 2 Punkte Rest lassen sich die Spieler nämlich äußerst ungern (weil dann ein Wurf in die einfache 1 das Ende der Aufnahme bedeutet). Littler ließ sich von Searles 180 aber nicht beeindrucken und glich in der folgenden Aufnahme zum 2:2 aus. Es schien viel mehr so, als hätte Searle sich selbst irritiert. Das Entscheidungsleg im dritten Satz eröffnete die Nummer 20 der Welt nämlich mit 15 Punkten – mit allen drei Darts wohlgemerkt. Das sieht man selten bei einer Weltmeisterschaft. Littler holte sich das Break und damit die 2:1-Satzführung.
Luke Littler freut sich über seinen Finaleinzug
Foto: Ian Stephen / Action Plus / IMAGODas Ziel im Blick: Aufmerksamen Beobachtern der Übertragung könnte aufgefallen sein, dass viele Schilder und Werbebanden in der Halle nur unscharf zu sehen waren. Das war kein Versehen, sondern eine Aktion eines der WM-Sponsoren, um auf die schwere Augenkrankheit von Searle aufmerksam zu machen. Der 38-Jährige leidet unter einer autosomal dominanten Atrophie, wodurch der Sehnerv beschädigt wird. Searle muss deswegen während seiner Partien auch regelmäßig beim Schiedsrichter nachfragen, was genau er geworfen hat. »Heavy Metal« hat angekündigt, einen Teil seiner WM-Einnahmen an die Cure ADOA Foundation gesammelt zu spenden, die sich für Menschen einsetzt, die an der unheilbaren Krankheit leiden. Er wolle eine Inspiration für Menschen mit schlechten Sehvermögen sein, es dennoch mit Darts zu versuchen.
❤️ Paddy Power have released limited edition "Blurred" 180 cards to raise awareness for ADOA, the eye condition which Ryan Searle suffers from.
— Tungsten Tales Darts (@Tungsten_Tales) January 2, 2026
Searle spoke out about the effects on his condition following his quarter-final win at Alexandra Palace.
What a great gesture 👏 pic.twitter.com/c8EYWY2PZ7
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