SpOn 26.02.2026
13:57 Uhr

Dänemark zieht Parlamentswahl um mehrere Monate vor


Turnusmäßig hätte Dänemark erst in der zweiten Jahreshälfte ein neues Parlament gewählt, nun findet die Abstimmung bereits in wenigen Wochen statt. Regierungschefin Mette Frederiksen dürfte das in die Karten spielen.

Dänemark zieht Parlamentswahl um mehrere Monate vor

In Dänemark wird die Wahl des Folketings um mehrere Monate vorverlegt. Wie Premierministerin Mette Frederiksen mitteilte, soll die Parlamentswahl bereits am 24. März stattfinden. Regulär wäre die vierjährige Wahlperiode erst im Herbst geendet, letztmalig wählten die Dänen am 1. November 2022.

Frederiksen und ihre Sozialdemokraten wollen mit dem früheren Wahltermin offenbar von derzeit vorteilhaften Umfrageergebnissen profitieren. Frederiksen hatte sich den US-Gebietsansprüchen auf das zu Dänemark gehörende, aber autonom verwaltete Grönland entschieden entgegengestellt. Auch auf europäischer Ebene organisierte Frederiksen Rückhalt für die Unabhängigkeit Grönlands und gewann dadurch auch international noch stärker an Profil.

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»Dies wird eine entscheidende Wahl sein, denn in den nächsten vier Jahren müssen wir als Dänen und als Europäer wirklich auf eigenen Beinen stehen. Wir müssen unsere Beziehung zu den Vereinigten Staaten definieren und wir müssen uns wieder bewaffnen, um den Frieden auf unserem Kontinent zu sichern«, sagte Frederiksen.

Sozialdemokraten zuletzt im Aufwind

Umfragen zufolge würde Frederiksens Partei die Wahl nach aktuellem Stand wohl mit deutlichem Vorsprung und rund 20 Prozent gewinnen, seit vergangenem Dezember haben die Sozialdemokraten damit mehrere Prozentpunkte hinzugewonnen.

Die 48 Jahre alte Frederiksen regiert Dänemark bereits seit 2019, inzwischen in zweiter Amtszeit in einer Koalition ihrer Sozialdemokraten mit den Liberalen und Moderaten.

Um die von Präsident Donald Trump offensiv vorgetragenen US-Ansprüche auf die Arktisinsel Grönland war es zuletzt wieder etwas ruhiger geworden. Die internationale Aufmerksamkeit richtet sich derzeit insbesondere auf einen möglichen US-Militärschlag gegen Iran .

Auf Grönland selbst ist Einflussnahme durch die USA jedoch weiterhin ein großes Thema. Aus Furcht vor politisch motivierten Geldgebern soll die Überprüfung ausländischer Investitionen verschärft werden. Ein entsprechendes Gesetz soll im ​April verabschiedet werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

fek/Reuters