SpOn 27.01.2026
11:44 Uhr

DGB holt Kevin Kühnert und Ricarda Lang in eigene Rentenkommission


Der Deutsche Gewerkschaftsbund verspricht mit seiner Rentenkommission einen Gegenentwurf jenseits von »Stückwerk und kurzfristigen Debatten«. Mit dabei: SPD-Politiker Kevin Kühnert und Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang.

DGB holt Kevin Kühnert und Ricarda Lang in eigene Rentenkommission

»Wenn man nicht mehr weiter weiß, gründet man einen Arbeitskreis«, heißt ein Spruch über Gremien. Da in Sachen Rente große Lösungen gesucht werden und zugleich große Uneinigkeit herrscht, gibt es nun neben der offiziellen Rentenkommission der Bundesregierung ein weiteres Gremium. Mit Ex-SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert und der früheren Grünen-Chefin Ricarda Lang holt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) prominente junge Politiker in seine eigene Rentenkommission.

Ziel sei es, einen »umfassend tragfähigen Vorschlag für die Zukunft der Alterssicherung in Deutschland zu beraten«, teilte der DGB mit. »Mit unserer Rentenkommission wollen wir einen eigenen, klaren und solidarischen Gegenentwurf vorlegen – jenseits von derzeitigem Stückwerk und kurzfristigen Debatten«, sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi. Sie warf der Bundesregierung vor, eine »vergiftete Debatte über unseren Sozialstaat« losgetreten zu haben und kündigte deshalb die Einberufung eines eigenen Gremiums an.

Über den richtigen Weg zur Sicherung der Rente wird seit Langem diskutiert, da immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer mehr Rentnerinnen und Rentner finanzieren. Anfang Januar nahm bereits die Rentenkommission der Bundesregierung ihre Arbeit auf. Diese soll längerfristige Reformkonzepte zur Stabilisierung des Rentensystems vor dem Hintergrund des demografischen Wandels erarbeiten.

Abschlussbericht soll im Sommer kommen

Der DGB-Kommission sollen insgesamt 13 Mitglieder angehören. Neben Fahimi selbst, sowie Kühnert und Lang, sind Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften, von Sozialverbänden und aus der Wissenschaft dabei.

Yasmin Fahimi und Kevin Kühnert 2023 beim SPD-Bundesparteitag

Yasmin Fahimi und Kevin Kühnert 2023 beim SPD-Bundesparteitag

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Die Kommission soll ein Konzept erarbeiten, »das für alle Erwerbstätigen eine auskömmliche und verlässliche Rente gewährleistet«, wie der DGB erläuterte. Im Mittelpunkt solle eine starke gesetzliche Rentenversicherung stehen. Diese solle für alle eine solide Basis der Alterssicherung bieten.

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Kollektive Formen der betrieblichen Altersversorgung und Elemente des sozialen Ausgleichs soll die Kommission weiterentwickeln. Der Blick richte sich auf »geschlechtsspezifische Nachteile im Erwerbsleben, die Übernahme von Sorgearbeit und gesundheitlich bedingte Einschränkungen bis hin zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben«.

Die konstituierende Sitzung der DGB-Rentenkommission ist den Angaben nach für Ende Februar oder Anfang März geplant. Die Abschlussklausur soll im Sommer stattfinden, danach soll der Abschlussbericht veröffentlicht werden.

mmq/AFP/dpa