Mit Unterstützung der US-Behörden haben französische Polizisten eine Plattform aufgedeckt, auf der im großen Stil illegale Nacktfotos von Frauen gehandelt wurden. Die Ermittler haben die Website vom Netz genommen und zwei Franzosen verhaftet, teilt die Pariser Staatsanwaltschaft mit.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um zwei Brüder mit Wohnsitz in Nordfrankreich. Die Männer im Alter von 21 und 25 Jahren stehen im Verdacht, so die Behörden, die Hauptbetreiber der Plattform gewesen zu sein.
Insgesamt handle es sich um drei zusammenhängende Websites mit Bildern von 17.000 Frauen und Mädchen. Diese wurden dort den Nutzern als Datenpakete zum Verkauf angeboten. Betroffen seien Opfer aller Nationalitäten, darunter auch Minderjährige.
Die Bilder, so die französischen Behörden, hätten die Täter teils ohne Einwilligung und teils durch Erpressung erlangt. Zum Teil stammten sie aus Hackerangriffen auf Social-Media-Konten, zum Teil handelt es sich wohl um sogenannte Rachepornos. Letztere entstehen zunächst einvernehmlich, werden aber nach dem Ende einer Beziehung vom Ex-Partner unerlaubt veröffentlicht, um dem anderen zu schaden. Ein weiterer Teil der Aufnahmen stamme außerdem aus Cybergrooming-Fällen, bei denen Erwachsene sich online das Vertrauen von Minderjährigen erschleichen und sie zu Nacktaufnahmen drängen.
Laut Staatsanwaltschaft forderten die Betreiber der Plattform Nutzer auf, möglichst viele Identifikationsdaten der Opfer zu teilen. Die Täter katalogisierten die Frauen unter ihrem echten Namen, sortierten sie nach Alter, Wohnort, Beruf und bewerteten sie auf einer Skala von eins bis zehn nach ihrem Aussehen. Im Gegenzug erhielten sie Belohnungen in virtueller Währung.
Neben den Websites beschlagnahmte die französische Polizei auch digitale Vermögenswerte im Wert von mehr als 700.000 Euro.
