Im Fall der von einem Hai getöteten Schweizerin im Osten Australiens kommen weitere Details zu der Tragödie ans Licht: Nach Informationen des Senders 9News soll die Frau zusammen mit ihrem Freund vor Crowdy Bay mit Delfinen geschwommen sein, als das Unglück passierte. Der Mann habe den Ausflug mit einer kleinen GoPro-Kamera gefilmt, hieß es. Derzeit würden Ermittler die Aufnahmen sichten und auswerten. Ob darauf auch der Moment des Haiangriffs zu sehen ist, war zunächst nicht bekannt.
Wie die Polizei mittlerweile mitteilte, handelt es sich bei der Verstorbenen um eine 25 Jahre alte Frau. Sie wurde beim Schwimmen von dem Hai attackiert. Ihr Freund, ein 26-jähriger Student, ebenfalls aus der Schweiz, versuchte noch, den Raubfisch abzuwehren, scheiterte dabei aber und wurde selbst gebissen.
Medienberichten zufolge schaffte er es jedoch, obwohl er selbst schwer verletzt worden war, seine Freundin bis ans Ufer zu ziehen und am Strand die Rettungskräfte zu alarmieren. Ein Augenzeuge eilte ebenfalls zu Hilfe, konnte für die Frau jedoch nichts mehr tun, sie starb noch vor dem Eintreffen der Notärzte. Der Zeuge band daraufhin beherzt das Bein des Schweizers ab – »damit hat er ihm wahrscheinlich das Leben gerettet«, zitierte des Senders ABC einen Sprecher der Einsatzkräfte.
Paar wollte am nächsten Tag nach Hause fliegen
Die Zeitung »Sydney Morning Herald« schrieb, bei dem 26-Jährigen habe es sich um einen Austauschstudenten gehandelt, der von Juli bis November an der Universität Sydney eingeschrieben war. Auch habe er sich erst kürzlich zum Tauchlehrer ausbilden lassen, hieß es weiter. Nach Behördenangaben wird er derzeit im Krankenhaus behandelt und ist in »ernstem, aber stabilem Zustand«. Aus welchem Teil der Schweiz das Paar kam, wurde zunächst nicht bekannt.
Laut 9News ereignete sich die Tragödie am letzten Urlaubstag der beiden, die am nächsten Tag zurück in die Heimat fliegen sollten. Sie waren Augenzeugen zufolge am Mittwochabend an dem nahe gelegenen Campingplatz Kylies Beach angekommen und am frühen Morgen zum Baden ins Meer gegangen.
Bullenhai
Foto: Pete Oxford / Minden Pictures / picture allianceWahrscheinlich soll ein drei Meter langer Bullenhai für den Angriff verantwortlich sein. Er konnte aber zunächst trotz des Einsatzes von Drohnen nicht geortet werden. Die Strände in der Region bleiben weiter geschlossen.
Bereits mehrere tödliche Haiattacken in diesem Jahr
Der Vorfall ereignete sich rund 350 Kilometer nördlich von Sydney. Die Region liegt recht abgelegen, und die Strände werden nicht von Rettungsschwimmern kontrolliert – jedoch ist das Gebiet wegen seiner landschaftlichen Schönheit bei Einheimischen und Besuchern sehr beliebt.
Offiziellen Daten zufolge kamen in der ersten Jahreshälfte drei Menschen in Australien bei Haiattacken ums Leben. Im September war ein Surfer in einem Vorort von Sydney bei einem Angriff gestorben. Für den Menschen sind vor allem drei in der Region heimische Arten gefährlich: Tigerhaie, Bullenhaie und Weiße Haie.
