Samuel Rapp, Augenzeuge:
»Menschen haben geschrien, andere lagen auf dem Boden, wahrscheinlich tot.«
Der Morgen nach der Katastrophe. In Crans-Montana stehen viele immer noch unter Schock. In der Silvesternacht sind in dem Schweizer Skiort Dutzende Menschen bei einem Feuer in einer Bar getötet worden, etwa 100 weitere verletzt.
Ein Mann saß im Restaurant nebenan, als das Feuer ausbrach. Er ging rüber zum Unglücksort – viele Einsatzkräfte seien schon da gewesen.
Samuel Rapp, Augenzeuge:
»Ich habe dann Videos geschickt bekommen, auf denen Menschen versucht haben, herauszukommen. Aber sie sind übereinander getrampelt. Es war also schwer, durch den Ausgang zu kommen. Menschen haben geschrien: ›Helft mir! Bitte helft uns!‹«
Ein anderer Mann erlebte, wie ein Restaurant kurzerhand als Erste-Hilfe-Zentrum eingesetzt wurde.
Dominic Dubois, Augenzeuge:
»Das war super, dass sie dafür geöffnet geblieben sind. Drinnen war es warm. Das größte Problem war, glaube ich, der Temperaturschock – von der Hitze drinnen zur Kälte draußen. Es war also wichtig, dass alle aufgewärmt werden. Sogar die Vorhänge des Restaurants wurden genutzt. Da waren so viele blutige Szenen. Und viele Leute waren sehr stark. Sie blieben stark und haben verstanden, dass ihr Leben in großer Gefahr war, haben aber entschieden, dass es wichtig war, ruhig zu bleiben.«
Am späteren Neujahrsmorgen war die Situation dann immer noch unübersichtlich, auch für die Anwohner.
Karine Spreng, Anwohnerin:
»Ich kenne jemanden, der unter den Opfern sein könnte. Und ich kann sie nicht erreichen. Ich mache mir große Sorgen. Ich versuche, andere Leute zu erreichen, die diese Frau kennen, um herauszufinden, ob sie noch am Leben ist.«
Und die Vielzahl an Verletzten stellt den Ort und die Versorgungslage vor große Herausforderungen:
Mathias Reynard, Regierungspräsident Wallis:
»Die Intensivstation ist voll, die OP-Säle sind voll. Wir sind im Krisenmodus. Unsere Teams arbeiten unter Hochdruck und sind in Alarmbereitschaft. Es ist eine außergewöhnliche, schreckliche Situation.«
Eine Ursache für das Feuer ist bisher noch nicht bekannt.