Bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis ist nach dem verheerenden Brand in der Bar Le Constellation in Crans-Montana in der Silvesternacht übers Wochenende eine Strafanzeige gegen unbekannte Amtsträger der Gemeinde eingereicht worden. Die Vorwürfe: fahrlässige Tötung, fahrlässige schwere Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst.
Der Brand war um 1.30 Uhr in der Kellerbar ausgebrochen. Ausgelöst wurde er nach bisherigem Ermittlungsstand durch an Champagnerflaschen befestigte pyrotechnische Materialien, welche eine Schaumstoffisolierung an der Decke entzündeten. Ein explosionsartiger Flashover soll dann den gesamten Raum in Brand gesetzt haben. Beim Brand starben insgesamt 40 Menschen, ein Großteil der Todesopfer war minderjährig. Rund 119 weitere Personen wurden schwer verletzt und kämpfen teilweise noch in den Krankenhäusern um ihr Leben.
Die eingereichte Strafanzeige eines Juristen, der nicht direkt von der Katastrophe betroffen ist, im letzten August aber in der Bar gewesen sei, wirft nun grundlegende Fragen zum Brandschutz der Behörden auf. Laut dem Beschwerdeführer bestehen deutliche Hinweise darauf, dass zentrale Sicherheitsvorschriften durch die Gemeinde nicht eingehalten oder nicht durchgesetzt wurden.
Mutmaßliche Duldung von Pyrotechnik im Innenraum
Zu den im Raum stehenden Pflichtverletzungen zählen unzureichende oder seltene Brandschutzkontrollen, die mutmaßliche Duldung von Pyrotechnik im Innenraum ohne Genehmigung, die Verwendung ungeeigneter, hochentzündlicher Baumaterialien sowie fehlende oder blockierte Fluchtwege. So führte aus dem unteren Barbereich gemäß Anzeige nur eine einzige schmale Treppe ins Freie – potenziell ein Verstoß gegen geltende Vorschriften für Betriebe dieser Größe.
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Die Staatsanwaltschaft hatte bereits kurz nach dem Unglück angekündigt, sämtliche Umstände des Brandes sowie mögliche strafrechtliche Verantwortlichkeiten umfassend zu untersuchen. Mit der nun eingereichten Strafanzeige gerät die Politik allerdings weiter in den Fokus.
Gegenüber dem SPIEGEL wollte die Gemeinde am Montag keine Stellung nehmen. Ein Sprecher kündigte allerdings an, dass Fragen zum Sachverhalt in einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag adressiert würden.
