SpOn 25.02.2026
16:10 Uhr

Crans-Montana: Regierung zahlt Opfern des Barbrands je 50.000 Schweizer Franken


Für die Betroffenen dürfte es nur ein schwacher Trost sein: Wer bei dem Brand der Schweizer Bar »Le Constellation« verletzt wurde, erhält 50.000 Schweizer Franken Entschädigung. Auch Hinterbliebene bekommen die Summe ausgezahlt.

Crans-Montana: Regierung zahlt Opfern des Barbrands je 50.000 Schweizer Franken

Jedes Opfer der tödlichen Brandkatastrophe in der Bar »Le Constellation« im Schweizer Skiort Crans-Montana soll von der Regierung 50.000 Franken (knapp 55.000 Euro) Entschädigungszahlung erhalten. Der sogenannte Solidaritätsbeitrag soll den Opfern schnelle finanzielle Unterstützung bieten und als Geste des Mitgefühls dienen, erklärte der Schweizer Bundesrat.

Die Zahlung soll einmalig sein und grundsätzlich für jede Person gelten, die ihr Leben verloren hat, und für jede Person, die ins Krankenhaus eingeliefert wurde, erklärte der Bundesrat in einer Stellungnahme. »Der Bundesrat teilt mit den Opfern und ihren Familien den Wunsch nach Wahrheit und Gerechtigkeit«, sagte Bundespräsident Guy Parmelin auf einer Pressekonferenz. »Auch wir wollen wissen, was passiert ist, warum und wie es hätte verhindert werden können.«

Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin (l.), Justizminister Beat Jans

Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin (l.), Justizminister Beat Jans

Foto: Peter Schneider / KEYSTONE / dpa

Dutzende Tote und Verletzte

Bei dem tödlichen Feuer in der Bar waren in der Silvesternacht 41 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 100 weitere wurden verletzt. Die meisten Todesopfer waren Jugendliche, und viele der Opfer waren Touristen, darunter mehrere aus Frankreich und Italien. Der Brand wurde bisherigen Ermittlungserkenntnissen nach durch Sprühfontänen ausgelöst, die die Deckenverkleidung des Lokals entzündeten.

Insgesamt werde die Bundesregierung 7,8 Millionen Franken (knapp 8,6 Millionen Euro) für 156 Personen bereitstellen, die am stärksten von dem Brand betroffen seien, sagte Justizminister Beat Jans auf der Pressekonferenz weiter. Diese Summe, sagte er, würde die Hilfe ergänzen, die von Crans-Montanas Heimatkanton Wallis geleistet werde, der 10 Millionen Franken an eine Stiftung zur Unterstützung der Opfer zugesagt hatte.

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Der Bundesrat kündigte zudem die Einberufung eines runden Tischs an, um Opfern, Versicherern und Behörden außergerichtliche Einigungen zu ermöglichen und so langwierige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Er plant, bis zu 20 Millionen Franken (knapp 22 Millionen Euro) für solche Einigungen bereitzustellen.

Der SPIEGEL hat versucht, die Geschehnisse der Unglücksnacht zu rekonstruieren. In Crans-Montana berichten Gastronomen anonym von »mafiösen Strukturen« in dem Ort, die möglicherweise zu der Brandkatastrophe beigetragen haben. Die ganze Geschichte lesen Sie hier. 

mkh/Reuters