Das Feuer in der Silvesternacht hat zahlreichen Menschen in der Bar Le Constellation das Leben gekostet: 40 Menschen kamen um, 119 weitere sind teilweise schwer verletzt. Bis Samstag wurden die ersten elf Todesopfer identifiziert und ihren Angehörigen übergeben. Laut Polizei handelt es sich um die sterblichen Überreste von acht Menschen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren aus der Schweiz. Italienische Medien berichteten zudem, dass auch drei italienische Staatsbürger unter den Toten identifiziert worden seien.
Andere Familien bangen noch immer um ihre vermissten Kinder. Auch einige Verletzte konnten noch nicht identifiziert werden. Viele Opfer erlitten schwerste Brandverletzungen, die in Spezialkliniken behandelt werden müssen. Nach jüngsten Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) übernahm Deutschland insgesamt elf Schwerverletzte aus der Schweiz zur medizinischen Behandlung. Derzeit seien keine weiteren Verlegungen nach Deutschland geplant, erklärte die Behörde am Samstag.
Gegen die Betreiber der abgebrannten Bar ist inzwischen eine Strafuntersuchung eröffnet worden. »Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen«, teilte die Polizei mit.
Für den neunten Januar wurde ein landesweiter Trauertag angekündigt. Um 14 Uhr sollen alle Kirchenglocken der Schweiz läuten, auch eine Schweigeminute ist geplant.
Im Zentrum des Skiorts Crans-Montana versammelten sich am Samstag immer wieder Menschen nahe dem Unglücksort und legten Blumen, Briefe, Kerzen und Plüschtiere als Zeichen der Anteilnahme für die Opfer und ihre Familien nieder. Der Schock über die »unermessliche Tragödie« sitze tief, sagte der Schweizer Justizminister Beat Jans bei einem Besuch am Unglücksort. Die Justiz werde alles tun, um die Verantwortung für die Katastrophe zu klären.
Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Schwerbrandverletzten
Der für die Gesundheitspolitik in der italienischen Region Lombardei verantwortliche Guido Bertolaso schilderte die Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Schwerbrandverletzten: »Warum können wir sie nicht identifizieren? Weil ihre Gesichter vollständig verbunden sind. Wir können die Bandagen nicht entfernen, um sie zu erkennen. Sie sind intubiert und können deshalb nicht sprechen.«
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Für die Opfer sind in den kommenden Tagen mehrere Gedenkfeiern geplant. Am späten Samstagabend war die Kirche von Crans-Montana während eines Gedenkgottesdienstes mit Menschen aller Altersgruppen gefüllt. Für Sonntag wurde ein Schweigemarsch zur Bar Le Constellation nach dem Gottesdienst angekündigt.
Im Internet boten unterdessen zahlreiche Menschen den Familien der Opfer sowie Mitgliedern der Rettungskräfte Unterkünfte oder andere Unterstützung an.
