Über die Brandursache bei der Silvesterparty-Tragödie in Crans-Montana in der Schweiz gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Das Feuer ist wohl nicht durch eine Sprengsatz-Explosion verursacht worden. Der Brand habe eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Anwohner hatten von einer Explosion berichtet.
Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem »Flashover« in der Bar – ein Brandphänomen, das eine Brandschutzsachverständige in der ARD mit einer Art Feuerwalze verglich. Und eine Erklärung dafür wäre, weshalb so viele Menschen starben und nicht flüchten konnten.
In der Mitteilung des Staatsrats (der Regierung des Kantons) hieß es: »In der Silvesternacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar 2026 kam es in der Bar Le Constellation in Crans-Montana infolge eines Brandes zu einem Flashover, der eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte und zahlreiche Tote und Verletzte forderte.«
Die ermittelnde Staatsanwältin Beatrice Pilloud sagte später lediglich, der gesamte Raum habe Feuer gefangen und das habe zu einer Explosion geführt.
Wärmestau, der heißer und heißer wird
Die Brandschutzsachverständige Sandra Barz erklärte im ARD-»Brennpunkt« das Phänomen »Flashover« als ein Brandereignis, bei dem sich die Hitze unter der Decke sammelt. Dieser Wärmestau werde heißer und heißer. Alle brennbaren Materialien in dem betroffenen Raum werden dann zersetzt und bilden bestimmte Gase. »Und bei dem richtigen Mischungsverhältnis und bei einer immer höher werdenden Temperatur ist das eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die komplett alles gleichzeitig in Brand setzt.«
Im Zuge eines »Flashovers« erfolgt nach Darstellung von Barz ein Temperaturanstieg innerhalb von kurzer Zeit, auf etwa 1000 bis 1200 Grad. Zusätzlich falle der Sauerstoffgehalt auf unter vier Prozent. Sie betonte: »Unser menschlicher Körper ist dafür nicht gemacht.« Dies sei ohne Schutzkleidung nicht zu überleben.
Mindestens 40 Tote, einige Opfer schweben noch in Lebensgefahr
Das verheerende Feuer bei einer Silvesterfeier in einer Bar im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana hat Schock und Bestürzung ausgelöst. Ungefähr 40 Menschen waren laut offiziellen Angaben bei der Brandkatastrophe ums Leben gekommen, 115 weitere wurden größtenteils schwer verletzt. »Es handelt sich um eine der schlimmsten Tragödien, die es in der Geschichte dieses Landes gab. Wir sind bestürzt«, sagte der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, der vom »Drama von Crans-Montana« sprach. Einige Opfer schwebten am Abend noch in Lebensgefahr.
Die Silvesterparty in der Bar »Le Constellation« in dem beliebten Touristenort hatte sich in der Silvesternacht binnen weniger Minuten in ein Inferno verwandelt. »Es herrschte absolute Panik, alle schrien«, berichteten die Französinnen Emma und Albane im Sender BFMTV über die dramatischen Momente nach dem Ausbruch des Feuers. »Jemand schlug ein Fenster ein, damit die Leute herauskamen.«
Die Identifizierung der Todesopfer dauert an: »Wir haben viele Schwerverletzte, viele stark Verbrannte«, sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard.
Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und über Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit Tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht.
