SpOn 05.01.2026
15:51 Uhr

Crans Montana: Alle Verletzten der Brandkatastrophe identifiziert


Die Schwere der Verletzungen hat die Identifizierung erschwert, nun sind alle Verwundeten des Brandes von Crans-Montana bekannt. Die Zahl der Opfer korrigierten die Behörden nach unten.

Crans Montana: Alle Verletzten der Brandkatastrophe identifiziert

Nach der Brandkatastrophe in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana mit 40 Toten haben die Behörden nun auch sämtliche Verletzten identifiziert. In einer entsprechenden Mitteilung der Kantonspolizei Wallis  ist nunmehr von 116 Verletzten die Rede. Ursprünglich war von 119 Verwundeten ausgegangen worden, doch seien drei Personen irrtümlich dem Ereignis zugeordnet worden. Von diesen 116 Personen befänden sich aktuell noch 83 im Krankenhaus.

Unter den Verletzten befinden sich demnach 68 Schweizer, 21 Franzosen, zehn Italiener, vier Serben, zwei Polen sowie je eine Person aus Australien, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Tschechien, Luxemburg, Portugal und der Republik Kongo. Außerdem gab es vier Doppelstaatsangehörige: Personen mit Papieren aus Frankreich und Finnland, Frankreich und Italien, der Schweiz und Belgien sowie Italien und den Philippinen.

Bereits am Sonntag waren alle Todesopfer des Feuers in der Bar Le Constellation identifiziert worden. Unter ihnen befinden sich 20 Minderjährige, das jüngste Opfer ist eine 14-jährige Schweizerin. Zu den Todesopfern zählen weiter 21 Schweizerinnen und Schweizer sowie neun Franzosen, sechs Italiener, eine Belgierin, eine Portugiesin, ein Rumäne und ein Türke. Deutsche befinden sich weder unter den Toten noch unter den Verletzten.

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Die Identifizierung einiger Schwerbrandverletzter hatte sich über Tage hingezogen. Die Schwierigkeiten dabei hatte am Wochenende der für die Gesundheitspolitik in der italienischen Region Lombardei verantwortliche Guido Bertolaso geschildert: »Warum können wir sie nicht identifizieren? Weil ihre Gesichter vollständig verbunden sind. Wir können die Bandagen nicht entfernen, um sie zu erkennen. Sie sind intubiert und können deshalb nicht sprechen.«

Feuer war in der Silvesternacht in der Bar ausgebrochen, als dort zahlreiche junge Menschen ins neue Jahr feierten. Den Ermittlungen zufolge wurde die Feuersbrunst im Keller der Bar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden.

Die Ermittler wollen unter anderem klären, ob das Dämmmaterial an der Decke den Vorschriften entsprach. Gegen die Betreiber der Bar wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Brandstiftung ermittelt.

Am Sonntag hatten Hunderte Menschen bei einer Trauermesse in Crans-Montana der Opfer des Unglücks gedacht, anschließend fand ein Schweigemarsch durch den Skiort statt. Am Freitag gedenkt die Schweiz mit einem nationalen Trauertag der Toten.

Nach der Brandkatastrophe erheben nun Lokalbesitzer schwere Vorwürfe gegen die örtlichen Behörden. Bilder vom Bau der abgebrannten Bar werfen einen zusätzlichen Verdacht auf. Lesen Sie hier mehr dazu.

sol/AFP/AP