Comedian Ingo Appelt ist dankbar für US-Präsident Donald Trump und Russlands Machthaber Wladimir Putin – wenn auch nur aus rein beruflichen Gründen. »Das sind für Komiker einfach lohnenswerte Objekte«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Dagegen sei die Amtszeit von Angela Merkel als Bundeskanzlerin für einen Comedian »total langweilig« gewesen. »Das Parodieren der Kanzlerin ging fast nur über Äußerlichkeiten. Inhaltlich war da wenig.«
Er sei noch mit »Typen« wie dem für markige Auftritte bekannten CSU-Politiker Franz Josef Strauß groß geworden. »Heute erkennt das Publikum keine drei Bundespolitiker mehr.« Deshalb parodiere er nur noch den früheren Kanzler Helmut Kohl. »Der ist der Einzige, den alle noch kennen.«
»Man darf nichts mehr sagen«? Unsinn, sagt Appelt
Appelt rief jüngere Kolleginnen und Kollegen zu mehr Courage auf. »Manche trauen sich nicht, auf der Bühne engagiert Klartext zu reden. Das scheint ja zu einer Grundhaltung in Deutschland geworden zu sein: ›Man darf nichts mehr sagen.‹« Was Unsinn sei. »Es ist einfach so, dass nicht jedermanns Meinung interessiert. Das war aber schon immer so.«
Appelt ist in Essen geboren und in Würzburg aufgewachsen. Der 58-Jährige ist unter anderem Stammgast der ARD-Satiresendung »Nuhr im Ersten« und bereits seit Anfang der Neunzigerjahre hauptberuflich Komiker. Er wurde etwa für seine Parodie des damaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping bekannt.
