Rund anderthalb Wochen nach ihrer gescheiterten Hinrichtung in Tennessee hat Christa Pike das Krankenhaus verlassen. Sie sei mittlerweile in das Deborah K. Johnson Rehabilitation Center zurückgekehrt, in dem sie seit mehr als 30 Jahren inhaftiert ist, teilten ihre Anwälte mit. »Sie ist den Ersthelfern und ihrem medizinischen Team für die Betreuung unter diesen außergewöhnlichen Umständen dankbar. Sie wird im Gefängnis weiterhin medizinisch versorgt, und wir werden ihren Genesungsverlauf weiterhin verfolgen.«
Christa Pike am 12. Januar 2023
Foto: Tennessee Department of Correction / APPikes Hinrichtung hatte international für Aufsehen gesorgt, weil sie die erste Frau seit mehr als 200 Jahren gewesen wäre, die im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet worden wäre. Trotz zweier verabreichter Injektionen Pentobarbital überlebte sie den Hinrichtungsversuch jedoch. Nach Angaben des Death Penalty Information Centers ist Pike die erste Person, die eine Hinrichtung durch die Verabreichung von Medikamenten per tödlicher Injektion überlebt hat.
Pike musste vorübergehend künstlich beatmet werden. Am Donnerstag wurde dann bekannt gegeben, dass die 50-Jährige sich erstmals in ihrem Krankenhauszimmer bewegt habe. Pike war den früheren Angaben zufolge zu dem Zeitpunkt geistig weiterhin etwas benommen und verlor leicht den Faden. Zugleich waren ihre Arme demnach noch schwer verletzt und kaum einsetzbar. Ob bleibende Schäden zurückbleiben, ist bislang unklar.
Der Fall hat die Debatte über die Todesstrafe in den USA neu entfacht. Der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, hat die einzige weitere für dieses Jahr geplante Hinrichtung im Bundesstaat verschoben und eine Untersuchung der Ursachen der gescheiterten Exekution angeordnet. Der Leiter der staatlichen Strafvollzugsbehörde trat in der Folge zurück.
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