SpOn 29.09.2026
10:55 Uhr

Christa Pike - Todesstrafe: Gouverneur lehnt Gnadengesuch vor Hinrichtung ab


Als Teenagerin folterte und ermordete Christa Pike eine Mitschülerin. Ihre Anwälte hofften 30 Jahre später auf Gnade, die Täterin sei selbst auch Opfer. Der Gouverneur wird aber nicht eingreifen.

Christa Pike - Todesstrafe: Gouverneur lehnt Gnadengesuch vor Hinrichtung ab

Der Gouverneur von Tennessee hat ein Gnadengesuch der zum Tode verurteilten Christa Pike abgelehnt. Pike hat mit 18 Jahren einen Menschen brutal ermordet und sitzt seit 30 Jahren in Tennessee im Todestrakt.

Am 30. März 1996 wurde Christa Gail Pike im Alter von 20 Jahren wegen Mordes zum Tod verurteilt. Gut ein Jahr zuvor hatte Pike zusammen mit zwei Freunden eine Mitschülerin gefoltert und ermordet. Der Fall erregte nicht nur Aufsehen, weil dem Opfer Colleen Slemmer ein Pentagramm in die Brust geritzt wurde. Pike nahm auch ein Stück von Slemmers Schädel vom Tatort mit. Die Polizei fand es später in der Jacke, die Pike gehörte.

Pike nach dem Urteil 1996

Pike nach dem Urteil 1996

Foto: WBIR-TV / AP

Seit mehr als dreißig Jahren sitzt sie deshalb in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Tennessee. Diese Woche, am 30. September ist Christa Pikes Exekution angesetzt. Kurz zuvor ist eine Debatte über die Hinrichtung entbrannt. Denn Pike war nicht nur Täterin, sondern auch Opfer. Pike ist laut ihren Verteidigern psychisch versehrt und schwer krank: Als Kind wurde sie vernachlässigt und sexuell missbraucht, im Gefängnis attestierte man ihr eine bipolare Störung und ein posttraumatisches Belastungssyndrom.

Gouverneur Bill Lee halte das Urteil aber aufrecht, er plane nicht »zu intervenieren«, heißt es in einem Statement. Pikes Anwälte bedauern die Entscheidung. Der Staat Tennessee ignoriere damit sowohl wissenschaftliche als auch rechtliche Erkenntnisse, denn das »Gehirn einer 18-Jährigen ist noch kein Erwachsenengehirn«, und 18 Jahre seien zu jung, um hingerichtet zu werden.

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Sollte das Urteil vollstreckt werden, wäre Pike die erste Frau seit mehr als 200 Jahren, die Tennessee töten lässt. Seit den Siebzigerjahren wurden in den USA nur 18 Frauen hingerichtet, im Vergleich zu 1663 Männern.

Möglicherweise gibt es eine letzte Chance, Pikes Hinrichtung zu verhindern: Ihre Anwälte haben beim Obersten Gerichtshof der USA einen Antrag auf Aufschub gestellt.

Als Teenagerin mordete sie – jetzt soll Christa Pike sterben. Mehr zu dem Fall lesen Sie hier .

esk