Für alle, die bis heute noch nicht so richtig zufrieden sind mit dem Jahr 2026, gibt es am 17. Februar eine neue Chance: Dann startet das chinesische Neujahr. Entscheidend für den chinesischen Jahreszyklus ist der Mond, das Neujahrsfest läutet diesmal das Jahr des Feuerpferdes ein. Familien kommen zusammen, Wohnungen und Straßen füllen sich mit roten Neujahrsdekorationen.
Im chinesischen Tierkreiskalender wechseln sich zwölf Tiere ab: Ratte, Ochse, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Jedes Jahr wird eines der zwölf Tiere mit einem der fünf Elemente verbunden (lesen Sie hier mehr). In diesem Jahr sind es »Bing« (das Yang-Feuer) und »Wu« (das Pferd) – das Jahr des Feuerpferdes also.
Das Feuerpferd kommt in dieser Kombination nur alle 60 Jahre vor, das letzte Mal also 1966. Es löst das Jahr der Holzschlange ab, symbolisch lässt man wie eine Schlangenhaut alles hinter sich. Viele Hobbyastrologen auf TikTok und Instagram freuen sich über diesen Neubeginn.
Das Feuerpferd symbolisiert Mut, Hingabe und Tatkraft, es gilt als besonders dynamisch und temperamentvoll. In der chinesischen Kultur galten Pferde als entscheidend für den Sieg in Schlachten, woraus sich das Sprichwort »Mǎ dào chéng gōng«, Mit der Ankunft eines Pferdes ist der Erfolg gesichert, entwickelte.
Bloß nicht Haare waschen am Neujahrstag
Es gibt verschiedene Bräuche bei den Vorbereitungen auf das Chinesische Neujahr, auf Social Media kursieren Dos and Don’ts für den erfolgreichen Start ins Jahr des Feuerpferdes. Wichtig ist dabei, auf keinen Fall den Reichtum zu verscheuchen und das eigene Glück zu riskieren. Was Sie (unter anderem) beachten können, wenn Sie das Chinesische Neujahr feiern:
Putzen: In Vorbereitung auf das neue Jahr steht bei vielen ein Großputz an. Waschen, fegen, wischen – Hauptsache, weg mit dem Schutz, der noch vom vergangenen Jahr liegen geblieben ist. Wer aber am Neujahrstag den Besen in die Hand nimmt, tut sich keinen Gefallen: Dann wird dem Glauben nach das ganze Glück, das das neue Jahr gerade gebracht hat, wieder weggefegt.
Müll: Auch hier gilt in der Vorbereitung: Weg mit allem Alten – aber bloß nicht am Neujahrstag. Dann darf kein Müll rausgebracht werden, denn damit wird symbolisch auch der Reichtum entsorgt.
Haare: Ähnlich wie beim eigenen Zuhause ist es auch beim Körper – alles Gute, was das neue Jahr bringt, soll nicht am Neujahrstag abgewaschen oder gar abgeschnitten werden. Weil das Schriftzeichen für Haar »Fa« ähnlich klingt wie das Zeichen für Wohlstand, spielt der Schopf eine besondere Rolle. Deshalb lieber am Vortag die Haare waschen und den Friseurtermin vorverlegen, damit das Glück und der Reichtum nicht weggespült werden.
Fenster auf: Damit das Glück ins Haus kommen kann, werden die Türen und Fenster geöffnet.
Rot, rot, rot: In der chinesischen Kultur soll die Farbe Glück anziehen und gegen Dämonen, böse Geister und Unglück schützen. Viele Menschen tragen deshalb zum Start des neuen Jahres etwas Rotes. Schwarze und weiße Kleidung soll besser vermieden werden. Die Häuser und Straßen werden mit roten Laternen und Dekorationen geschmückt.
Essen: Am Neujahrstag sollte kein Congee gegessen werden. Der Reisbrei, üblicherweise als Frühstück serviert und auch im Westen auf so manchem Tisch angekommen, gilt als »Arme-Leute-Essen«. Und wer sich an die Regeln für das Chinesische Neujahr halten will, sollte darauf verzichten, um sein Jahr nicht »arm« zu starten.
Keine Scherben: Zu Beginn des neuen Jahres ist es empfehlenswert, besonders vorsichtig mit Porzellan und Glas umzugehen. Scherben bringen dann nämlich kein Glück, sondern gelten als böses Omen.
Streit: Die Stimmung am Neujahrstag setzt den Ton für das ganze Jahr. In Videos warnen viele Creator davor, in Konfliktsituationen zu gehen.
Unfreiwillige Glücksbringer
Die Vorbereitungen in der Volksrepublik sind in vollem Gange. Laternen werden aufgehängt, große Installationen mit Pferden und anderen Figuren. Familien bereiten sich auf ausgiebige Essen vor, richten alles für das Familientreffen her. Abends gibt es, wie auch hierzulande an Silvester, Feuerwerk.
Ein unfreiwilliges Maskottchen für die Feierlichkeiten: Draco Malfoy. Der Zauberer und einer der Gegner von Harry Potter gehört eigentlich in die Welt von Hogwarts. In der chinesischen Übersetzung ist sein Name »Ma Er Fu« und enthält die Schriftzeichen für »Pferd« und »Glück«. Kurzerhand taucht sein Gesicht nun auf roten Neujahrsbildern und Türdekorationen auf.
Bei dem Frühlingsfest dreht sich vieles auch um Geld: Traditionell werden in roten Umschlägen, den Hongbao, Geldgeschenke überreicht. Aber auch die Bräuche und Wünsche sind oft darauf ausgerichtet, im neuen Jahr mehr Reichtum zu haben.
In China kaufen viele Leute Stoffpferde, um sie sich im Auto auf die Hutablage zu legen oder den Enkeln zu schenken, als Zeichen für Glück im kommenden Jahr. Sie sind rot, die Farbe von Wohlstand. Auf den Seiten der Plüschpferde steht goldfarben gestickt: »Geld kommt bald.«
Ein Fehler in der Näherei machte die Pferde dieses Jahr zum besonderen Verkaufshit: Bei einem Stofftier war der Mund versehentlich verkehrt herum angenäht, sodass das Pferd traurig statt fröhlich wirkte. Das traurige Pferd ging viral, mehr dazu lesen Sie hier .
