SpOn 15.10.2026
10:48 Uhr

China weiht Brücke nach Nordkorea ein – mit zwölf Jahren Verspätung


Mit einem neuen Bauwerk sollen die Beziehungen zwischen Nordkorea und China weiter vertieft werden. Entschlossenheit zeigt Pjöngjang auch beim Test neuer Raketen.

China weiht Brücke nach Nordkorea ein – mit zwölf Jahren Verspätung

China und Nordkorea haben ein seit zwölf Jahren brachliegendes Brückenprojekt an ihrer Grenze vollendet. Die Eröffnung in dieser Woche gilt als weiteres Zeichen der Annäherung beider Länder. »Die Brücke werde den Wirtschafts- und Handelsaustausch fördern«, sagte Chinas Außenamtssprecherin Mao Ning laut chinesischen Staatsmedien in Peking. Nordkoreanische Staatsmedien berichteten zunächst nicht über die Eröffnung.

China ist der wichtigste Handelspartner für das wegen seines Atomwaffenprogramms international geächtete Land. Die neue Brücke könnte laut Experten den Handel stärken. Aufgrund der Uno-Sanktionen gegen Nordkorea gebe es allerdings wenig Aussicht auf größere industrielle Investitionen, hieß es in einer Analyse des südkoreanischen Instituts für nationale Sicherheitsstrategie Ende August.

Die neue, vierspurige Brücke überspannt den Yalu-Fluss zwischen Dandong im chinesischen Nordosten und dem nordkoreanischen Sinuiju auf einer Länge von rund drei Kilometern. Die beiden Städte verbindet bereits ein in die Jahre gekommenes einspuriges Bauwerk. Im September wurde bereits eine Straßenverbindung zwischen Russland und Nordkorea in Betrieb genommen.

Ursprünglich hätte die neue Brücke nach China bereits 2014 eröffnet werden sollen. Allerdings blieben die nordkoreanischen Gebäude zur Zollabfertigung und Grenzkontrolle unvollendet. Die Hintergründe sind offiziell nicht bekannt. Als mögliche Erklärung gelten Streitigkeiten zwischen Peking und Pjöngjang und die spätere Grenzschließung Nordkoreas wegen der Coronapandemie.

Zuletzt verbesserten sich die Beziehungen beider Länder jedoch merklich. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte im September 2025 auf einer seiner seltenen Auslandsreisen Peking besucht. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping kam im Juni dieses Jahres zum Gegenbesuch nach Pjöngjang.

Erstmals wieder Raketentest unter Wasser

Am Mittwoch testete Nordkorea erstmals seit Januar 2024 wieder den Abschuss strategischer Marschflugkörper im Meer. Nach Informationen des südkoreanischen Militärs wurde eine Rakete aus einem senkrechten Schacht abgefeuert, die andere aus einem Torpedorohr.

Ein Foto der Regierung von Nordkorea, das den jüngsten Raketentest zeigen soll

Ein Foto der Regierung von Nordkorea, das den jüngsten Raketentest zeigen soll

Foto: í©ëNí êMé–; 朝鮮通信社 / KCNA / KNS / AP

Pjöngjang erklärte, die Tests prüften die Einsatzbereitschaft seiner Unterwasser-Kampfsysteme und die Zuverlässigkeit der nuklearen Abschreckung. Abgefeuert wurden die Raketen möglicherweise auf einem 2023 vorgestellten U-Boot der Nordkoreaner.

jpe/dpa