SpOn 06.10.2026
18:30 Uhr

China baut in Laos offenbar seinen ersten Luftwaffenstützpunkt im Ausland auf


Für mehr Einfluss in Südostasien: Weltmacht China vergrößert ihren Einfluss im benachbarten Laos. Satellitenbilder zeigen Kampfflieger und Militärfahrzeuge auf einer bemerkenswerten Baustelle.

China baut in Laos offenbar seinen ersten Luftwaffenstützpunkt im Ausland auf

China hat Ende September einen Militärstützpunkt in Laos in Südostasien eröffnet. In einer offiziellen Mitteilung ist von einem »Ausbildungszentrum« am Militärflughafen Ban Keun die Rede, der »Chinesisch-Laotischen Freundschafts-Luftfahrtakademie«. Was freundlich klingt, könnte Beobachtern zufolge aber in Wirklichkeit ein Schritt Chinas sein, seine Militärpräsenz in Südostasien für mehr Einfluss in der Region auszubauen.

Der Stützpunkt in Laos sei der »erste Luftwaffenstützpunkt, den China im Ausland unterhält«, sagte Joshua Kurlantzick, Südostasien-Experte bei der Denkfabrik Council on Foreign Relations, der Nachrichtenagentur AFP.

Der Experte geht davon aus, dass in Zukunft weitere chinesische Stützpunkte in der Region entstehen könnten. China teste, wie der Betrieb eines Luftwaffenstützpunkts außerhalb seiner Grenzen funktioniert. China werde »nicht nur einen Stützpunkt in Laos errichten und es dabei belassen«, sagte Kurlantzick.

Kampfflugzeuge auf Satellitenbildern gesichtet

Der Sicherheitsforscher Collin Koh erklärte derweil laut AFP, China versuche zu demonstrieren, »dass es in der Lage ist, seine Verteidigungsdiplomatie auszuweiten«, zumindest mithilfe kooperativer Länder. Durch die Ausbildung von Piloten entstehe in Laos eine chinesische Militärpräsenz, denn an dem Stützpunkt müssten chinesische Flugzeuge stationiert werden.

Das ist einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge nun der Fall. Leichte Kampfflugzeuge und Militärfahrzeuge seien an der chinesisch-laotischen Ausbildungsstätte eingetroffen, berichtet Reuters unter Berufung auf Satellitenbilder.

Die vom kommerziellen Anbieter Vantor aufgenommenen Bilder zeigen nach Ansicht von Sicherheitsanalysten acht leichte Kampfflugzeuge vom Typ K-8 und mehr als zwei Dutzend Begleitfahrzeuge auf einer noch im Bau befindlichen Landebahn. Die Aufnahmen stammen vom 30. September, dem Tag nach der Ankündigung des chinesischen Verteidigungsministeriums, die Anlage in Ban Keun außerhalb der Hauptstadt Vientiane errichtet zu haben. Sie zeigen zudem umfangreiche Bauarbeiten rund um die Start- und Landebahn.

Acht leichte Kampfflugzeuge vom Typ K-8 sollen auf den Satellitenbildern von Ban Keun vom 30. September zu sehen sein

Acht leichte Kampfflugzeuge vom Typ K-8 sollen auf den Satellitenbildern von Ban Keun vom 30. September zu sehen sein

Foto: Vantor / REUTERS

Warum wählte China den Standort Ban Keun aus? Rachel Vandenbrink, Senior-Analystin am Australian Strategic Policy Institute, erklärte, China habe dafür wahrscheinlich keinen akuten operativen Bedarf. Womöglich habe sich nun einfach die Gelegenheit für den Bau ergeben und China habe sie genutzt. »Laos hat durchaus einen gewissen geostrategischen Wert als leicht erreichbarer Stützpunkt auf dem südostasiatischen Festland, da es eine gemeinsame Grenze mit China hat und über Infrastrukturverbindungen, darunter eine Eisenbahnverbindung, verfügt«, so Expertin Vandenbrink.

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China selbst äußerte sich am Tag der Eröffnung zurückhaltend zu der Basis. Die Luftfahrtakademie beruhe auf gegenseitigem Respekt zwischen China und Laos, teilt China mit: »Sie richtet sich nicht gegen Dritte und trägt zur weiteren Stärkung der praktischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Streitkräften sowie zur Wahrung des regionalen Friedens und der Stabilität bei.«

Mehr über die Beziehung zwischen China und Laos lesen Sie hier.

ptz/Reuters