SpOn 04.02.2026
13:28 Uhr

China: Supermarktriese Sun Art ‌Retail Group meldet Verschwinden von Chefin


Immer wieder verschwinden in China plötzlich Topmanager von Großkonzernen. Die Fälle sind rätselhaft – so auch der aktuellste: Die Vorstandschefin eines Supermarktriesen ist angeblich wie vom Erdboden verschluckt.

China: Supermarktriese Sun Art ‌Retail Group meldet Verschwinden von Chefin

Das Supermarktunternehmen Sun Art ‌Retail Group hat nach eigenen Angaben den Kontakt zu seiner Vorstandschefin Li Weiping verloren. In einem Schreiben des Konzerns heißt es: »Die Angelegenheit steht nach bestem Wissen und Gewissen in keinem Zusammenhang mit dem Geschäft und den Aktivitäten der Gruppe.«

Der Betrieb werde vorübergehend ‌vom Chef ⁠des Verwaltungsrats geleitet. Sun Art betreibt in China Hunderte Großmärkte. Die 47-jährige Li war erst vor zwei Monaten zu ⁠dem in Hongkong börsennotierten Unternehmen gestoßen. Zuvor war sie laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters in verschiedenen Positionen bei der Supermarktkette Freshippo des Alibaba-Konzerns tätig gewesen.

Der Hintergrund ihres Verschwindens ist unklar. Fest steht: Der Vorfall dürfte die Sorgen der Anleger über das harte Vorgehen der chinesischen ⁠Regulierungsbehörden neu ‍entfachen. In den vergangenen Jahren waren im Zuge der von Präsident Xi Jinping vorangetriebenen Antikorruptionskampagne wiederholt hochrangige Manager plötzlich verschwunden.

Einer der spektakulärsten Fälle war jener rund um Jack Ma . Der Milliardär galt einst als Chinas Vorzeigeunternehmer, er hatte 1999 den Internetgiganten Alibaba gegründet. Er verschwand im Oktober 2020, nachdem er in einer Rede die chinesischen Regulatoren scharf kritisiert hatte. Nach wenigen Monaten tauchte er wieder auf, später zog er sich jedoch aus dem operativen Geschäft seines Unternehmens zurück.

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Ein ähnlicher Fall ereignete sich im Februar ‌2023, als der Gründer der ‍Investmentbank China Renaissance Holdings, Bao Fan, plötzlich nicht mehr aufzufinden war. Parallel zum aktuellen Fall hieß es damals, dass ihn sein Konzern plötzlich nicht mehr kontaktieren könne. Bao tauchte wieder in Polizeigewahrsam auf, auch er trat kurze Zeit später zurück. Der Fall bleibt auch Jahre später weitestgehend ungeklärt.

elu/reuters