Chinas Staats- und Regierungschef Xi Jinping hat in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump den Anspruch seines Landes auf Taiwan bekräftigt. Xi habe betont, dass die Rückkehr der Insel zu China ein wichtiger Bestandteil der internationalen Nachkriegsordnung sei, hieß es in einer Mitteilung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.
Sein Land und die Vereinigten Staaten hätten einst »Seite an Seite gegen Faschismus und Militarismus« gekämpft, wird Xi weiter zitiert. Beide Länder sollten deshalb heute bewahren, was im Zweiten Weltkrieg erkämpft worden sei, heißt es. Der US-Präsident habe erklärt, zu verstehen, wie wichtig die Taiwanfrage für die Volksrepublik sei.
Mit der Erklärung unterstreicht die chinesische Führung erneut, dass sie Taiwan unverändert als Teil des eigenen Territoriums ansieht und eigenen Angaben zufolge auch bereit ist, die Inselrepublik mit Gewalt zu annektieren. Das demokratisch regierte Taiwan sieht sich zunehmend wachsenden Spannungen ausgesetzt und wehrt sich gegen die Forderungen Pekings.
Taiwans Premierminister Cho Jung-tai verbat sich nach dem Telefonat die chinesischen Ansprüche. Sein Land sei vollständig souverän und unabhängig. »Für die 23 Millionen Menschen unserer Nation ist Rückkehr keine Option – das ist ganz klar«, fügte er hinzu.
Einfuhrverbot für japanische Meeresfrüchte
Zuletzt war China wegen der Insel auch in einen diplomatischen Streit mit Japan verwickelt. Die Führung in Peking hatte deshalb landesweit Konzerte und Kulturveranstaltungen mit japanischen Künstlern abgesagt und die eigenen Bürger vor Reisen nach Japan gewarnt. Ihre Sicherheit dort sei »erheblich gefährdet«. Das Vorgehen führte zu einem deutlichen Rückgang der Reisenden aus der Volksrepublik.
Auslöser für den Streit sind Äußerungen der neuen japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi von Anfang des Monats. Sie hatte erklärt, ein chinesischer Angriff auf Taiwan, der das Überleben Japans bedrohe, könne eine militärische Reaktion Tokios auslösen. Die Volksrepublik, die die demokratisch regierte Insel als eigenes Territorium betrachtet, reagierte verärgert und kündigte Konsequenzen an. Neben dem Boykott verhängte Peking auch ein Einfuhrverbot für japanische Meeresfrüchte.
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Japans Regierungschefin Takaichi telefonierte eigenen Angaben nach zuletzt ebenfalls mit US-Präsident Trump. Beide Seiten hätten sich über eine Stärkung der Beziehung und aktuelle Herausforderungen in der Indopazifik-Regierung ausgetauscht, zitiert der »Guardian«.
Auch der US-Präsident äußerte sich zu den jüngsten Gesprächen. In einem Beitrag auf »Truth Social« erwähnte Trump Taiwan allerdings nicht und lobte stattdessen die »extrem starken« Beziehungen zwischen den USA und China.
