China plant weitere Sicherheitsvorschriften für Autos. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie will echte Knöpfe und Schalter in Autocockpits vorschreiben. Das geht aus einem vom Ministerium veröffentlichten Entwurf vor, mehrere Medien haben darüber berichtet.
Unter anderem sollen die Gangschaltung, Blinker und Warnblinker, die Fenster und Notrufe durch physische Knöpfe bedient werden können. Die Tasten sollen mindestens einen Zentimeter groß sein. Die Maßnahme soll am 1. Juli 2027 in Kraft treten und gilt dann für neu hergestellte Fahrzeuge.
Mit der Vorschrift soll verhindert werden, dass Autos ausschließlich über Touchdisplays bedient werden. In den neuesten Modellen vieler Hersteller lassen sich immer weniger physische Knöpfe finden – die Cockpits gleichen teils futuristischen Kapseln.
Das Auto über Displays zu bedienen stand in der Vergangenheit schon oft in der Kritik – auch in Deutschland . Unter anderem bemängelte der ADAC, dass der Fahrer durch die Bedingung der Bildschirme leicht abgelenkt werde .
Auch in Europa gibt es deshalb Bestrebungen, Knöpfe in die Cockpits zurückzuholen. So passte das unabhängige Sicherheitsprogramm »Euro NCAP« seine Bewertungskriterien an: Fünf Sterne gibt es nur noch, wenn physische Bedienelemente für bestimmte Funktionen vorhanden sind. »Euro NCAP« führt Crashtests durch, um die Sicherheit von Neufahrzeugen zu bewerten.
Knöpfe vorzuschreiben, ist nicht die erste Maßnahme, mit der China für sicherere Autos sorgen will. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass in China verkaufte Autos keine versenkbaren Türgriffe mehr haben sollen. Diese modernen Griffversionen verschaffen zwar ein geschmeidiges Design, bei Unfällen kann der Öffnungsmechanismus jedoch ausfallen und damit zu lebensgefährlichen Situationen führen. Der US-Autobauer Tesla hatte die versenkbaren Türgriffe an Autos bekannt gemacht. Mehrere chinesische Hersteller hatten das Design in den vergangenen Jahren übernommen.
