SpOn 08.01.2026
14:32 Uhr

ChatGPT soll zum Gesundheitsberater werden


Nutzer sollen künftig ihre Krankenakten bei ChatGPT hochladen und die KI mit ihren Fitness-Apps verknüpfen können. Medizinische Diagnosen darf der Chatbot aber nicht liefern.

ChatGPT soll zum Gesundheitsberater werden

OpenAI hat in den USA eine neue Funktion seines Chatbots ChatGPT vorgestellt: In dem neuen Gesundheitsbereich kann man Patientenakten und weitere Informationen hochladen, um ChatGPT zum »Navigator« für tägliche Gesundheitsbelange zu machen. Die Funktion ist bisher allerdings nur für wenige Nutzerinnen und Nutzer verfügbar. Wann und ob der neue Bereich auch in Deutschland zur Verfügung stehen wird, ist nicht bekannt.

Wie das Unternehmen mitteilt, ist die Nachfrage nach Gesundheitsratschlägen auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) bereits heute enorm. Eine Auswertung der Chatverläufe habe ergeben, dass pro Woche mehr als 230 Millionen Menschen ChatGPT Fragen zu Gesundheit und Wohlbefinden stellen.

Keine qualifizierte Gesundheitsberatung

Da die Technik allerdings nicht dazu geeignet ist, qualifizierte medizinische Ratschläge zu geben, gibt es immer wieder Vorfälle, die für Schlagzeilen sorgen. So wurde 2025 ein Fall bekannt, in dem ein 60-jähriger Patient mit psychischen Symptomen im Krankenhaus landete, weil er auf Anraten von ChatGPT normales Kochsalz in seiner Ernährung durch Bromidsalze ersetzt hatte. Eine Vergiftung war die Folge .

Augenscheinlich versucht OpenAI, diesem Dilemma aus dem Weg zu gehen. In der Vorstellung betont das Unternehmen einerseits, dass man bei der Entwicklung der neuen Funktionen über den Zeitraum von zwei Jahren mit 260 Ärztinnen und Ärzten aus 60 Ländern zusammengearbeitet habe. Gleichzeitig erklärt OpenAI, dass ChatGPT weiterhin »nicht für Diagnostik oder Behandlung gedacht« sei.

In Imagevideos  präsentiert OpenAI sein neues Produkt als nützliche Erweiterung der klassischen ärztlichen Behandlung. Hier werden Menschen in unterschiedlichen Lebensumständen präsentiert, die mithilfe von ChatGPT ihren Alltag verbessern, aber dabei keinesfalls den ärztlichen Rat ersetzen wollen. Einer gestressten Mutter zeigt der Chatbot die geeigneten Trainingseinheiten, die Schönheitskönigin mit Hautproblemen bekommt Tipps, welche Kleidung sie tragen kann, ein Krebspatient bekommt Hilfe, seine Befunde zu verstehen.

Gesundheitsdaten gesondert geschützt

Um die Ratschläge anzureichern, sollen die Nutzerinnen und Nutzer ChatGPT mit ihren Gesundheitsdaten versorgen. In den USA können sie etwa ihre kompletten Gesundheitsakten hochladen. Zusätzlich kann der Chatbot mit Wellness-Apps wie Apple Health und MyFitnessPal gekoppelt werden, die laufend gesundheitsrelevante Daten erfassen.

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OpenAI verspricht, diese Daten mit hohen Datenschutzstandards zu behandeln. Gesundheitsbezogene Chats sollen von anderen Anfragen getrennt und die hochgeladenen Gesundheitsdaten nicht zum Training der KI-Modelle verwendet werden. Fitness-Apps sollen nur in das neue Angebot integriert werden, wenn sie eine gesonderte Datenschutzprüfung bestanden haben. Ob diese Maßnahmen ausreichen, den hohen Anforderungen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung zu entsprechen, ist allerdings bislang nicht klar.

tmk