SpOn 28.01.2026
23:46 Uhr

Champions League: Lennart Karl legt Tor für Jamal Musiala auf, Real Madrid erlebt Albtraum dank José Mourinho


Lennart Karl legt Jamal Musiala das Comeback-Tor auf. Real Madrid fällt aus den Top acht. Dortmund und Leverkusen droht ein direktes Duell. Und Kai Havertz meldet sich zurück: Das war die Champions-League-Konferenz.

Champions League: Lennart Karl legt Tor für Jamal Musiala auf, Real Madrid erlebt Albtraum dank José Mourinho

Jubel, Trubin, Heiterkeit: Eigentlich ging es für Real Madrid gegen Benfica Lissabon nur noch darum, möglichst hoch zu gewinnen. Dann hätte es bei einem Stolpern der Bayern noch die Chance gegeben, die Ligaphase der Champions League auf Platz zwei abzuschließen und sich bis ins Halbfinale hinein das Heimrecht für die K.-o.-Rückspiele zu sichern. Der Gegner aber hieß Benfica, und in Lissabon trainiert José Mourinho.

Und »The Special One« coachte ein besonderes Spiel: Kylian Mbappés Treffer (30./58. Minute) reichten Real gegen Andreas Schjelderup (36., 54.) und Vangelis Pavlidis (45.+4) nicht mal zu einem Punkt. In der Nachspielzeit merkte Mourinho dann, dass sein Team noch einen Treffer brauchte, um über die Tordifferenz in die Playoffs zu springen. Torwart Antoliy Trubin ging mit nach vorne – und köpfte das 4:2 (90.+7). Real Madrid war bedient, nach Gelb-Rot gegen Raúl Asencio (90.+1) und Rodrygo (90.+6) in doppelter Unterzahl – und nur noch Tablellenneunter.

José Mourinho erlebte gegen seinen Ex-Klub einen hochvergnüglichen Abend

José Mourinho erlebte gegen seinen Ex-Klub einen hochvergnüglichen Abend

Foto: Filipe Amorim / AFP

Am Freitag könnte nun sogar ein Rematch gegen Benfica gelost werden. Alternativ wartet Favoritenschreck FK Bodø/Glimt: Die Norweger, die schon ManCity bezwungen hatten, sicherten sich beim Madrider Stadtrivalen Atlético per 2:1 den erstmaligen Einzug in die K.-o.-Phase.

Die Ergebnisse: Viel zu viele. Da wir nicht möchten, dass Sie den ganzen Tag mit Scrollen verbringen, verweisen wir an dieser Stelle auf unser Sportdaten-Center.

Abschaffen, bitte: Als »größte Konferenz des Jahres« hatte DAZN diesen achten Champions-League-Spieltag angepriesen, und das klang bereits wie eine Drohung. 36 Teams, 18 Spiele, das macht etwa vier Bundesliga-Samstagskonferenzen gleichzeitig. Was in Maßen ein kurzweiliges Fußball-Vergnügen ist, stößt im XXL-Format irgendwann an die Grenzen des Zumutbaren. »Jetzt kracht's, es kracht in unserer Konferenz!«, donnerte Kommentator Marcel Seufert nach nicht einmal einer Viertelstunde, als nicht ganz klar war, ob es von Leverkusen nun nach Brügge oder Bilbao gehen würde. Keiner der drei Standorte rechtfertigte die gewählte Lautstärke, keines der 61 Tore erhielt auch nur ein bisschen Luft zum Atmen. Wohl dem, der sich das passende Einzelspiel herauspickte.

Rückspiele dahoam: Von wegen »goldene Ananas«! Was Real misslang, schaffte der FC Bayern: Mit dem 2:1-Sieg und Rang zwei in der Ligaphase dürfen die Münchner bis zu einem möglichen Halbfinale in jeder K.-o.-Runde das Rückspiel vor eigener Kulisse bestreiten. Zudem können die Bayern auf den Erstplatzierten FC Arsenal frühestens in einem möglichen Finale treffen.

Musi-Karl-isch: Dass die Münchner am Ende nicht mehr auf die Konkurrenz schauen mussten, hatten sie unter anderem Jamal Musiala zu verdanken. Erstmals seit seinem Wadenbeinbruch stand er wieder in der Startelf. Nachdem er in der ersten Halbzeit noch nicht an die Glanzmomente vergangener Tage anknüpfen konnte, war es in der 58. Minute so weit: Nach einer Passstafette zwischen Lennart Karl und Musiala setzte Letzterer den Ball humorlos unter die Latte. Die Frage, ob die beiden »Wunderkinder« auch zusammenspielen können, sollte damit beantwortet sein. Dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Ismael Saibari (78.) entgegnete der eingewechselte Harry Kane (84.) mit dem Siegtreffer.

Schwarz-Gelbe Schattenseiten: In der Bundesliga gelingt es Borussia Dortmund in dieser Saison, aus wenig viel zu machen. In die Königsklasse rettet der BVB die bedenklichen Leistungen, nicht aber die guten Ergebnisse: Ein zauberhaft gezirkelter Freistoß von Inter Mailands Fedrico Dimarco (80.) und ein spätes Tor von Andy Diouf (90.+3) verdonnerten das Team von Niko Kovač zur Zwischenrundenteilnahme. Dort droht nun ein Rematch mit einem Bundesliga-Rivalen.

Gegen das bereits gesunkene »gelbe U-Boot«: Denn: Auch Bayer Leverkusen hat sich einen Platz in den Playoffs gesichert. Gegen eine B-Elf des bereits ausgeschiedenen Villarreal dominierten die Rheinländer die Partie von Beginn an. Spätestens nach dem Doppelpack von Malik Tillman (12./33.) war die Begegnung entschieden. Im zweiten Durchgang erhöhte Alejandro Grimaldo (57.) auf 3:0. Als Liga-16. erwartet Bayer nun Olympiakos – oder der BVB, den die Werkself schon aus dem DFB-Pokal kegelte.

Riese in der Krise: Für Newcastle United und DFB-Stürmer Nick Woltemade stand das Achtelfinale auf dem Spiel: Zu Gast bei Tabellennachbar und Vorjahressieger Paris Saint-Germain konnten die Magpies mit einem Sieg aus eigener Kraft die Zwischenrunde überspringen. Newcastle schlug sich wacker, Joe Willock (45.+2) konterte Vitinhas Führungstor (8.), am Ende verpassten beide Teams die Top acht. Und Woltemade? Blieb quasi unsichtbar. Zehn Pflichtspiele ist der DFB-Mittelstürmer nun torlos, intern sägt Yoanne Wissa kräftig an Woltemades Stammplatz.

Nachricht an Nagelsmann: Dass ebenjener auch im Nationalteam nicht garantiert ist, bewies in London einer, der schon fast vergessen schien. Nach 357 Tagen ohne Startelfeinsatz für den FC Arsenal feierte Kai Havertz gegen Kairat Almaty seine Rückkehr von Beginn an – und schien seine lange Leidenszeit gut verkraftet zu haben. Der Steilpass-Vorlage auf Viktor Gyökeres (2.) folgte der eigene Comeback-Treffer (15.), beim 3:0 durch Gabriel Martinelli (36.) war Havertz zumindest an der Entstehung beteiligt. Bei den zwei Gegentoren stand Havertz schon nicht mehr auf dem Platz.

Gegen Kairat weiß Kai rat: Havertz spielte gegen Almaty nur 45 Minuten, war aber an zweieinhalb Toren beteiligt

Gegen Kairat weiß Kai rat: Havertz spielte gegen Almaty nur 45 Minuten, war aber an zweieinhalb Toren beteiligt

Foto: Ian Walton / AP

Noch mehr News von der Insel: Ganz so wie Havertz drückte Florian Wirtz dem 6:0-Kantersieg seines FC Liverpool über Qarabağ FK nicht seinen Stempel aufdrücken, durfte sich das zwischenzeitliche 2:0 (21.) aber gutschreiben. Die Stimmen, die den Spielmacher schon als Flop abgeschrieben hatten, werden zusehends leiser.

Flick rettet sich: Gerade noch unter die Top acht gezittert hat sich der FC Barcelona. Früh kassierte Barça gegen den FC Kopenhagen den Rückstand durch den erst 17 Jahre alten Viktor Daðason. Dann drehte Lamine Yamal, mit 18 Jahren im Vergleich ein Fußball-Rentner, auf: Eine Vorlage für Robert Lewandowski (48.), eine abgefälschte Bogenlampe (60.), Raphina per Elfmeter (69.) und Marcus Rashford (85.) machten es standesgemäß.