SpOn 29.01.2026
09:21 Uhr

Champions League: FC Bayern München gewinnt bei der PSV Eindhoven - die Lehren der Vorrunde


Mit einem Sieg in Eindhoven haben die Bayern die Vorrunde der Königsklasse abgeschlossen. Ihre Bilanz ist bemerkenswert. Was heißt das für ihre Titelchancen? Das sind Lehren der Münchner Champions-League-Saison.

Champions League: FC Bayern München gewinnt bei der PSV Eindhoven - die Lehren der Vorrunde

Bevor sein Verein in dieser Saison in die Champions League gestartet war, sandte Uli Hoeneß eine Botschaft aus. Die Bayern wären die TSG Hoffenheim dieser Königsklassenspielzeit, sagte der Ehrenpräsident des Klubs. Was er meinte: Favoriten wären diesmal andere, sein FC Bayern nur Außenseiter.

Am Mittwochabend spielten die Münchner bei der PSV Eindhoven, als Trainer Vincent Kompany nach 61 Minuten folgende Spieler einwechselte: Harry Kane, Michael Olise, Serge Gnabry und Alphonso Davies.

Obwohl viele Stars fehlten, führten die Bayern bereits 1:0. Am Ende gewannen sie 2:1, den Siegtreffer erzielte Kane. Wohl dem Außenseiter, der solche Joker hat.

Acht Spiele haben die Münchner in der Champions-League-Vorrunde bestritten, ihre Bilanz: sieben Siege, 22:8 Tore, 21 Punkte. Nur der FC Arsenal war besser.

Die Auftritte der Bayern erzählen viel über die Entwicklung einer Mannschaft, die im Herbst wie der Topfavorit auf den Titel wirkte, um dann jäh an Grenzen zu stoßen. Die mit einem Fußball begeistert, der vor Kraft strotzt, seine Protagonisten aber zu erschöpfen scheint.

Hier sind die wichtigsten Etappen der bayerischen Champions-League-Saison – und was sie uns gelehrt haben:

Gegen die Zweifel

1. Spieltag, 17. September 2025
3:1 gegen den FC Chelsea

Joshua Kimmich gegen Chelsea: »Besondere Energie«

Joshua Kimmich gegen Chelsea: »Besondere Energie«

Foto: Ulrik Pedersen / DeFodi Images / IMAGO

Die ersten fünf Saisonspiele hatten die Bayern gewonnen, darunter ein 6:0 gegen RB Leipzig. Aber intern herrscht bei manchem im Klub Unsicherheit. Würde sich der Fußball, mit dem man die nationale Konkurrenz überrannt hatte, auch gegen Topgegner bewähren?

Diese Partie gibt eine Antwort. Die Bayern geben 16:9 Schüsse ab, und ihr riskantes Spiel, das in der Vorsaison gegen Spitzenteams fragil schien, wirkt gefestigt.

Von einer »besonderen Energie im Team« spricht Mittelfeldspieler Joshua Kimmich nach dem Sieg in der Mixed Zone der Arena. Mit diesem Erfolg wächst der Münchner Glaube daran, dass in dieser Spielzeit etwas Besonderes möglich ist.

Ein Stern geht auf

3. Spieltag, 22. Oktober 2025
4:0 gegen den Club Brügge

Lennart Karl: Sieben Tore und drei Assists in 27 Einsätzen

Lennart Karl: Sieben Tore und drei Assists in 27 Einsätzen

Foto:

Alexander Hassenstein / Getty Images

Am Tag vor dem Spiel verkündete der FC Bayern die Vertragsverlängerung mit Trainer Kompany bis 2029. Zu diesem Zeitpunkt findet man im Klub niemanden mehr, der nicht zufrieden mit dem Coach ist. Das liegt auch daran, dass dieser inzwischen auch Talente einsetzt. Mangelnde Spielpraxis der Eigengewächse, das war dem Belgier zuvor intern von mancher Seite angelastet worden.

Gegen Brügge erzielt Lennart Karl per Kunstschuss das 1:0, er wird damit zum jüngsten deutschen Torschützen der Champions League. Und das ist erst der Anfang für den 17-Jährigen. Karl ließ Treffer gegen Arsenal und Sporting folgen und am Mittwochabend in Eindhoven eine Vorlage für Jamal Musiala, inzwischen steht er bei sieben Toren und drei Assists in 27 Einsätzen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In Karl haben die Bayern plötzlich ein neues Gesicht im Team, das Fans begeistert. Und noch etwas gewinnen sie durch Karls Aufstieg: Pausen. Trainer Kompany kann den anderen Angreifern im Kader Auszeiten gönnen. Wie notwendig diese sind, wird später in der Saison offenkundig.

Könige für eine Nacht

4. Spieltag, 4. November 2025
2:1 bei Paris Saint-Germain

Jubelnde Bayern-Profis in Paris

Jubelnde Bayern-Profis in Paris

Foto:

Bahho Kara / Kirchner-Media / IMAGO

Die internen Zweifel an der Tauglichkeit des eigenen Spiels sind zerstreut, und nach diesem Abend in Paris herrscht Gewissheit: Die Bayern können auch Europas Spitzenteams schlagen, und zwar auf ihre Weise. Mit Innenverteidigern, die die gegnerischen Stürmer bis an deren Strafraum verfolgen, und mit Spielzügen, die vor Tempo und Energie strotzen.

Auf eine spektakuläre erste Halbzeit folgt eine kämpferische zweite, in der sie in Unterzahl ihre Führung ins Ziel retteten. Mit dem Sieg übernehmen sie die Tabellenführung in der Königsklasse.

Der Glaube von Spielern wie Kimmich an die Stärke dieser Elf war fundiert. Nach diesem Abend erscheinen die Bayern vielen Beobachtern als Europas beste Mannschaft. Ein Eindruck, der allerdings nur kurz währt.

An Grenzen gestoßen

5. Spieltag, 26. November 2025
1:3 beim FC Arsenal

Torwart Manuel Neuer kam zu spät gegen Arsenals Gabriel Martinelli

Torwart Manuel Neuer kam zu spät gegen Arsenals Gabriel Martinelli

Foto:

Javier Garcia / Shutterstock / IMAGO

Mit 16 Siegen aus 16 Spielen waren die Bayern in die Saison gestartet. Aber nun, gegen den Tabellenführer der Premier League, treffen sie erstmals in dieser Saison auf einen Gegner, der besser ist.

Arsenal dominiert die Bayern. Und eine besondere Stärke der Gunners passt auf bedenkliche Weise zur großen Anfälligkeit der Münchner. Immer wieder offenbarten die Münchner Probleme bei gegnerischen Standards. Und niemand in Europa ist so gefährlich nach Ecken und Freistößen wie Arsenal. Das 1:0 der Londoner fällt nach einem Eckball.

Das Spiel wird zum größten Dämpfer der Münchner Champions-League-Saison. Sie wissen nun, was nötig wird, um in Europa zu triumphieren; dass sie sich bei defensiven Standards steigern müssen, und wen es zu schlagen gilt. Der Topfavorit auf den Titel kommt nicht aus München. Wer die Königsklasse gewinnen will, muss wohl am FC Arsenal vorbei.

Die Arbeitssieger

8. Spieltag, 28. Januar 2026
2:1 bei der PSV Eindhoven

Die Bayern in Eindhoven: Heimspiele gesichert

Die Bayern in Eindhoven: Heimspiele gesichert

Foto: John Thys / AFP

Wenige Tage nach der ersten Bundesliganiederlage der Saison treten die Bayern in Eindhoven an, mehrere Stars werden geschont. Der physisch fordernde Stil von Trainer Kompany, gepaart mit dem engen Spielplan, scheint die Mannschaft allmählich zu erschöpfen.

Sporting aus Lissabon und den belgischen Meister Union SG schlugen die Bayern nach dem Arsenal-Spiel, aber ihnen fehlte jene Energie, von der Kimmich im September geschwärmt hatte.

Es ist die Krux der Energie-Bayern: In Vollbesitz ihrer Kräfte zählen sie zu Europas Elite, aber je mehr Energie sie aufwenden, desto größer die Frage, ob sie durchhalten. Bis zum Champions-League-Finale Ende Mai sind es noch viele Spiele.

Für die Bayern spricht, dass sie und ihr Trainer dazulernen. In der vergangenen Saison hatte Kompany es noch versäumt, zu rotieren. Rund um die K.-o.-Spiele gegen Inter Mailand wirkte das Team ausgelaugt und war von Verletzungen geplagt.

Nun wechselt die Aufstellung regelmäßiger. Zugleich arbeiten die Münchner aber auch noch härter als in der Vorsaison.

Wenn die aktuell fehlenden Spieler zeitig gesunden und der Kader von weiteren Verletzungen verschont bleibt, dann könnte Kompany noch kräftiger rotieren. Die Chancen auf eine Finalteilnahme stünden dann erheblich besser, als man das von der TSG Hoffenheim der Königsklasse erwarten durfte.