SpOn 19.12.2025
11:04 Uhr

Cern: Weltgrößter Teilchenbeschleuniger geplant - Private Geldgeber unterstützen Cern mit 860 Millionen Euro


Das Forschungszentrum Cern nimmt erstmals privates Geld für ein Großprojekt an: den weltweit leistungsfähigsten Teilchenbeschleuniger. Bis zur benötigten Gesamtsumme fehlt allerdings noch ein großer Betrag.

Cern: Weltgrößter Teilchenbeschleuniger geplant - Private Geldgeber unterstützen Cern mit 860 Millionen Euro

Private Geldgeber haben sich bereit erklärt, den Bau des weltweit größten Teilchenbeschleunigers am Kernforschungszentrum Cern mit 860 Millionen Euro zu unterstützen. Es sei »das erste Mal in der Geschichte«, dass Privatleute und Stiftungen ein Cern-Projekt unterstützten, erklärte die Generaldirektorin Fabiola Gianotti. Das Cern ist bei Genf in der Schweiz ansässig.

Zu den Geldgebern zählen laut Cern die Stiftung Breakthrough Prize des Silicon-Valley-Milliardärs Juri Milner, der Fonds Eric and Wendy Schmidt für strategische Innovation des ehemaligen Google-CEOs Eric Schmidt sowie der französische Telekommunikationsmagnat Xavier Niel. An welche Bedingungen das Geld geknüpft ist, teilte das Forschungszentrum nicht mit.

Kosten von rund 15 Milliarden Euro

Das Cern hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 einen weiteren Großbeschleuniger zu bauen, den Future Circular Collider (FCC). Dieser soll aus einem Ring von 91 Kilometern Umfang in durchschnittlich 200 Meter Tiefe bestehen. Ziel ist es, herauszufinden, woraus 95 Prozent der Energie und Materie im beobachtbaren Universum bestehen und warum Materie im Vergleich zu Antimaterie so viel häufiger vorkommt.

Das Projekt ist mit Kosten von rund 15 Milliarden Euro veranschlagt und hat noch nicht die Zustimmung der 25 Mitgliedsländer der Organisation erhalten. Eine Entscheidung darüber soll im Jahr 2028 gefällt werden. Kürzlich war bekannt geworden, dass China ein ähnliches Projekt für einen Großbeschleuniger vorerst nicht weiterverfolgt. Mehr dazu lesen Sie hier. 

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Derzeit ist der Large Hadron Collider des Cern (LHC) an der französisch-schweizerischen Grenze der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. Im LHC lassen die Cern-Forscher Protonen, positiv geladene Bausteine des Atomkerns, mit annähernder Lichtgeschwindigkeit aufeinanderprallen. Bei den Kollisionen in dem 27 Kilometer langen LHC-Ringtunnel suchen sie nach Spuren neu entstandener Teilchen.

Im LHC war im Jahr 2012 das lange gesuchte Higgs-Boson nachgewiesen worden. Weil es anderen Teilchen ihre Masse verleiht, spielt es im Standardmodell der Teilchenphysik eine besondere Rolle. Mit dem Standardmodell beschreiben Physiker subatomare Teilchen und die Kräfte, die sie aufeinander ausüben.

msk/dpa