Der US-Geheimdienst CIA kommt zum Urteil, dass die Ukraine weder den russischen Präsidenten Wladimir Putin ins Visier genommen noch eine seiner Residenzen angegriffen hat. Das berichteten das »Wall Street Journal« sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung. Damit widerspricht der US-Auslandsgeheimdienst schweren Vorwürfen aus Moskau, wonach die Ukraine eine von Putins Residenzen mit 91 Drohnen attackiert haben soll.
Das »Wall Street Journal« berichtete unter Berufung auf US-Beamte, der umstrittene ukrainische Drohnenangriff habe einem militärischen Ziel in derselben Region wie Putins Residenz gegolten – allerdings nicht in der Nähe des Anwesens. Dies werde auch von einer Analyse der CIA belegt, hieß es.
Die Sender PBS und CNN berichteten, Trump sei am Mittwoch von CIA-Chef John Ratcliffe über die Erkenntnisse des Geheimdiensts unterrichtet worden. Am selben Tag teilte der US-Präsident dann überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel des US-Bouldevardblatts »New York Post« auf seiner Plattform Truth Social. In dem Artikel mit dem Titel »Putins Attackengetöse zeigt, dass Russland es ist, das Frieden im Weg steht« (»Putin ›attack‹ bluster shows Russia is the one standing in the way of peace«) kritisiert die Zeitung den russischen Präsidenten scharf und zweifelt die Behauptung an, die Ukraine habe Putins Residenz mit Drohnen angegriffen.
Kiew hat vehement bestritten, eine Residenz Putins angegriffen zu haben. Die Ukraine sah in Moskaus Behauptung einen russischen Vorwand, den Krieg trotz laufender Verhandlungen weiter fortzusetzen.
Russland präsentierte am Mittwoch erstmals mögliche Beweise für den Angriff, darunter Reste einer mutmaßlich ukrainischen Drohne. Der ukrainische Auslandsgeheimdienst sprach von gefälschten Karten und Attrappen. Viele Experten bezweifeln ebenfalls, dass der von Russland geschilderte Angriff so stattgefunden hat.
Unterdessen nähern sich die Verhandlungen der Ukraine mit den USA offenbar dem Abschluss. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj jedenfalls sieht sich nur noch »zehn Prozent« von einem Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Russland entfernt. Das Friedensabkommen ist zu 90 Prozent fertig. Zehn Prozent bleiben«, sagte er in seiner Neujahrsansprache. Putin sagte in seiner Neujahrsansprache, er glaube an einen Sieg Russlands.
