SpOn 26.11.2025
12:26 Uhr

Bundeswehr: Neue Einheiten für den Kampf mit Drohnen geplant


Die Bundeswehr will sechs Einheiten für den Einsatz von Kamikazedrohnen aufstellen. Bis 2027 soll die erste einsatzbereit sein, sagt der Inspekteur des Heeres. Er beschwert sich auch über den Stand der Digitalisierung.

Bundeswehr: Neue Einheiten für den Kampf mit Drohnen geplant

Die Bundeswehr setzt auf Angriffsdrohnen: In den kommenden Jahren sollen sechs Einheiten aufgestellt werden. »Wir haben mit Tests begonnen«, sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding. Die erste Batterie mit mittlerer Reichweite soll bis 2027 einsatzbereit sein, fünf weitere sollen bis 2029 folgen.

Die Systeme, die derzeit in der Bundeswehr erprobt werden, werden als »Loitering Munition« bezeichnet – zu Deutsch etwa »herumlungernde Munition«. Diese Angriffsdrohnen können über dem Gefechtsfeld kreisen und dann auf Feinde stürzen. Sie werden auch Kamikazedrohnen genannt.

Zudem soll bis 2029 eine Batterie mit neuen, weitreichenden Waffensystemen aufgestellt werden. Diese entspricht der Größe einer Kompanie mit 60 bis 150 Soldaten. Solche Systeme können Angriffe von Drohnen bundesweit identifizieren und abwehren.

Daten als »Munition der Kriegsführung«

Das Gefechtsfeld der Zukunft sei datengetrieben und durch KI-Anwendungen beeinflusst, sagte Freuding. Daten seien eine zentrale Ressource, er bezeichnet sie als »Munition der Kriegsführung«.

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Zudem werde Krieg in Zukunft durch konkurrierende Schutzschirme bestimmt sein. Das Ziel werde darin bestehen, den eigenen Schutzschirm permanent aufrechtzuerhalten und gleichzeitig den des Gegners zu durchdringen.

Unzufrieden mit der Digitalisierung

Freuding äußerte sich unzufrieden über den aktuellen Stand des milliardenschweren Rüstungsprojekts zur digitalen Gefechtskommunikation. Der technische Fortschritt sei derzeit nicht zufriedenstellend und habe »durchaus Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft unserer Einheiten und Verbände«.

Laut dem Generalleutnant müssen nach den laufenden Tests im Dezember Entscheidungen darüber getroffen werden, wie die wichtige Integration digitaler Kommunikationstechnik in Waffensysteme und Fahrzeuge mit militärischen Aufträgen in Einklang gebracht werden soll.

dtt/dpa