Menschen in Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen könnten in den kommenden Tagen in ihrer Nachtruhe gestört werden. Die Bundeswehr übt mit ihren Kampfhubschraubern Nachtflüge in niedriger Höhe.
Wie das Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar mitteilt, sind Tiefflüge in teilweise weniger als 30 Meter Höhe geplant. »Dabei kann es möglicherweise zu einer erhöhten Lärmbelastung kommen«, heißt es.
Die Kampfhubschrauber sind den Angaben zufolge über
dem niedersächsischen Göttingen,
dem thüringischen Mühlhausen (Unstrut-Hainich-Kreis)
und dem nordrhein-westfälischen Warburg im Kreis Höxter unterwegs,
außerdem in Alsfeld, Marburg, Allendorf an der Eder, Hersfeld und Korbach in Hessen.
Die Übungen dienten der Erhaltung der Einsatzbereitschaft der Piloten sowie der Weiterbildung junger Kräfte. Die Nachtflüge sollen jeweils von Montag bis Donnerstag stattfinden, so das Kampfhubschrauberregiment. Eine Gebietseinschränkung könne nur grob vorgenommen werden, heißt es. Um die Störungen so gering wie möglich zu halten, werde versucht, das Übungsgebiet stetig zu wechseln.
Nato-Übung in der Ostsee
Derzeit läuft auch »Steadfast Dart 26«, die größte Nato-Übung in diesem Jahr. Damit wollen sich Nato-Partner auf mögliche künftige Bedrohungslagen in der Ostsee vorbereiten. Die Verbündeten demonstrieren, wie Truppen aus Südeuropa schnell näher an die Ostflanke des Bündnisses verlegt werden. Im Marinestützpunkt Kiel traf am Mittwoch ein Flottenverband mit Schiffen aus fünf Nationen ein.
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»Für den Marinestützpunkt Kiel ist das natürlich eine sehr starke Herausforderung«, sagte Bundeswehrsprecher Frank Martin. Ein Verband dieser Größe laufe nicht jeden Tag ein. Doch der Stützpunkt könne die Schiffe versorgen, Reparaturen durchführen und Treibstoff bereitstellen. Dass die Übung gerade in der Ostsee stattfinde, habe zudem keinen konkreten Anlass. Der Ort sei aufgrund der nötigen Rahmenbedingungen gewählt worden. »Dass das natürlich, das wissen wir alle, im Zusammenhang steht mit sehr angespannten sicherheitspolitischen Situationen in der Ostsee, das kann man natürlich nicht von der Hand weisen«, sagte der Sprecher.
