Kampfjets haben wieder die Möglichkeit, Tiefflüge in Deutschland zu trainieren. Für maximal zwei Minuten dürfen strahlgetriebene Kampfflugzeuge nun etwa 76 Meter über dem Boden fliegen, teilte die Luftwaffe mit.
Die Übungen dürfen seit Donnerstag an in sieben ausgewiesenen Gebieten in Deutschland stattfinden. Sie erstrecken sich über Landstriche in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg.
Die Bundeswehr nennt die sogenannten low flying areas (LFA) wie folgt:
LFA 1 »Niedersachsen«, in einem Gebiet in Richtung niederländischer Grenze
LFA 2 »Münsterland«, ebenfalls an der niederländischen Grenze
LFA 3 »Nordhessen«, überwiegend nahe dem Grenzgebiet zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen
LFA 4 ist nicht vergeben
LFA 5 »Hamburg/Bremen«, in einem Gebiet zwischen beiden Städten
LFA 6 »Schleswig-Holstein«, in einem Gebiet überwiegend im Westen und in der Mitte Schleswig-Holstein
LFA 7 »Bayern«, überwiegend in der Region um Donauwörth und Eichstätt
LFA 8 »Neubrandenburg«, in einem Gebiet überwiegend im Osten Mecklenburg-Vorpommerns
- Rüstungsmanager Cingolani: »Wir sollten nicht zulassen, dass die Nato zerfällt« Ein Interview von Martin Hesse und Thomas Schulz
- Israelische Flugabwehrrakete Arrow 4: Kann diese neue Waffe Deutschlands Luftverteidigung stärken? Von Matthias Gebauer und Marc Hasse
- Kampfjet-Übungen geplant: Tornados im Tiefflug – Luftwaffe trainiert über dem Harz
Die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa erfordere diese Übungen, teilt die Bundeswehr. Sie verweist auf die Anforderungen an Piloten von Kampfjets wie Tornado und Eurofighter sowie die komplexe Zusammenarbeit mit Kräften am Boden: »Die luftgestützte Feuerunterstützung ist ohne regelmäßige Tiefflugpraxis nicht sicher durchführbar.«
Die Tieffluggebiete sollen jedoch nicht von Verbündeten genutzt werden und gelten für Kampfjets. Transport- und Sonderluftflugzeuge müssen demnach eine Mindestflughöhe von 500 Fuß, also etwa 150 Meter, einhalten. Für Flüge auf dieser Höhe wurden bereits im Sommer Beschränkungen zur Zahl der Flüge abgeschafft. Damit können laut Bundeswehr »Kampfjets nun ohne Flugzeitbegrenzung oder Maximaljahresstunden Tiefflug in 500 Fuß Flughöhe trainieren«.
