SpOn 09.12.2025
16:12 Uhr

Bundeswehr: Geheimdienst MAD sieht Spionagegefahr


Der Militärische Abschirmdienst sieht die deutsche Armee durch Spione aus dem Ausland bedroht und registriert diverse Fälle mutmaßlicher Sabotage. Nie zuvor gab es so viele verdächtige Vorgänge bei der Truppe.

Bundeswehr: Geheimdienst MAD sieht Spionagegefahr

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) sieht die Bundeswehr zunehmend durch Spionage und Sabotage bedroht. Seit Jahren habe die Spionageabwehr nicht mehr so viele verdächtige Vorfälle verzeichnet, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht für 2024. Hauptakteure der gegen die Bundeswehr gerichteten nachrichtendienstlichen Angriffe seien Russland und China. Dabei stünden Russlands Nachrichtendienste »unter hohem Erfolgsdruck« und hätten erhebliches Interesse an Informationen, die einen taktischen Vorteil auf dem Gefechtsfeld bedeuteten.

Als Beispiel wird die Veröffentlichung des abgehörten »Taurus«-Gesprächs von Luftwaffenoffizieren im März 2024 genannt. Dabei ging es um die Diskussion, ob der Ukraine diese Marschflugkörper mit größerer Reichweite geliefert werden können. »Die Bedrohung durch Spionage und Sabotage für die Bundesrepublik Deutschland und die Bundeswehr ist so präsent wie nie«, stellt der MAD fest.

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Der Militärgeheimdienst registrierte diverse Fälle mutmaßlicher Sabotage, etwa an Trinkwasseranlagen in Kasernen oder an Schiffen der Marine. Auch Brandstiftung an Militärfahrzeugen in Erfurt wird aufgelistet. »Ein Informant oder Saboteur an der richtigen Stelle kann größeren Schaden anrichten als ein Artilleriegeschütz«, heißt es in dem Bericht. Eine weitere Gefahr stelle der zunehmende Einsatz von Drohnen dar. So habe die Korvette »Ludwigshafen am Rhein« im Oktober 2024 vor der libanesischen Küste eine Drohne abwehren müssen.

Eine wachsende Bedrohung geht dem Bericht zufolge auch vom Rechtsextremismus innerhalb der Truppe aus. Die Zahl der neuen Fallbearbeitungen in diesem Bereich stieg 2024 um 34 Prozent auf 413. Insgesamt stufte der MAD elf Soldaten als rechtsextrem ein und stellte bei 26 weiteren eine fehlende Verfassungstreue fest.

Über alle Extremismusbereiche hinweg gab es 524 neue Verdachtsfälle. Als Reaktion auf die verschärfte Sicherheitslage gab es im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von fast 68.000 Sicherheitsüberprüfungen.

sol/dpa/Reuters