Wegen einer Infektionskrankheit an Bord musste das deutsche Marineschiff »Berlin« zuletzt einen tagelangen Zwischenstopp einlegen. Nun ist es auf dem Heimweg. Die Besatzung des Einsatzgruppenversorgers fahre auf dem Atlantik und werde noch vor Weihnachten zurück in ihrem Heimathafen Wilhelmshaven erwartet, sagte eine Sprecherin der Deutschen Marine auf Anfrage.
Demnach war die »Berlin« bereits am Freitagabend deutscher Zeit vom Hafen in Hamilton, der Hauptstadt von Bermuda, Richtung Heimat aufgebrochen. In dem Hafen hatte das Versorgungsschiff vor einigen Tagen festgemacht, um die Erkrankten an Bord zu versorgen, wie die Marine zuvor mitgeteilt hatte.
Offenbar Windpocken bei der Marine
Zur Art der Krankheit und zur Zahl der betroffenen Besatzungsmitglieder machte die Marine keine weiteren Angaben. Einem Bericht der »Wilhelmshavener Zeitung« zufolge soll es auf dem Marineschiff einige Erkrankte mit Windpocken sowie zahlreiche Grippefälle gegeben haben. »Die Infektionszahlen sind seit einigen Tagen rückläufig«, wurde eine Marinesprecherin zitiert. Die Lage an Bord und das Infektionsgeschehen würden genau beobachtet.
Die »Berlin« hatte im August Wilhelmshaven mit einer rund 240-köpfigen Besatzung für mehrere Manöver im Atlantik verlassen. Hauptaufgabe sollte dabei die logistische Versorgung der teilnehmenden Kriegsschiffe der Partnerländer auf See sein. Das Schiff steuerte während der Reise unter anderem Nuuk in Grönland und New York an.
Nicht der erste gesundheitsbedingte Ausfall
Während der Coronapandemie hatte es auf der »Berlin« bereits ähnliche Probleme wie jetzt gegeben. 2021 war ein Soldat laut Berichten positiv auf das Virus getestet worden. Für 21 Kontaktpersonen aus der Mannschaft wurde daraufhin »isolierte Unterbringung« empfohlen. Das Schiff war damit nicht mehr einsatzbereit und musste die geplante Teilnahme an einer zweiwöchigen Übung absagen. 2022 gab es dann noch einmal einen ähnlichen Fall.
