SpOn 04.03.2026
17:47 Uhr

Bundesumweltminister Carsten Schneider: »Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien«


Der Irankrieg lässt die Preise für fossiles Öl und Gas steigen. Alle künftigen energiepolitischen Entscheidungen müssten helfen, Deutschland davon unabhängiger zu machen, fordert Bundesumweltminister Carsten Schneider.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: »Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien«

Bundesumweltminister Carsten Schneider drängt wegen des Irankriegs auf eine neue Ausrichtung der Energiepolitik der Regierung: »Alle energiepolitischen Weichenstellungen, die jetzt anstehen, müssen dem Ziel dienen, Deutschland unabhängiger zu machen von unsicheren fossilen Energien«, sagte Schneider dem SPIEGEL.

»Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien, die Deutschlands und Europas fatale Abhängigkeit von fossilen Energien schon stark verringert haben«, sagte der SPD-Politiker. Das zeigten die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten erneut. »Wärmepumpen und Elektroautos sind Technologien, die unser Land stärker und sicherer machen in unsicheren geopolitischen Zeiten.«

Die Straße von Hormus, durch die rund ein Viertel des weltweit verschifften Rohöls und etwa ein Fünftel der globalen Flüssiggastransporte verlaufen, ist faktisch gesperrt. Die Energiepreise steigen auf den Weltmärkten. In Deutschland ist Benzin schon deutlich teurer geworden .

»Ein Land, das sich mit Windrädern, Solaranlagen, Wärmepumpen und Elektroautos krisenfest gemacht hat, kann mit weniger ökonomischen Sorgen auf die Straße von Hormus blicken«, so Schneider. »Der Irankrieg ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, wie verwundbar wir immer noch sind durch solche Schocks auf den Öl- und Gasmärkten. Deutschland gehen durch diese Abhängigkeiten Milliarden verloren zugunsten der Öl- und Gaskonzerne.«

Klimaschutz sei der Ausweg aus der fossilen Energiekrise: »Die Entscheidung für Klimaschutz ist auch eine geostrategisch und geoökonomisch kluge Entscheidung.«

Energieversorgung sicherer machen

Schneider bekommt in seinen Forderungen Unterstützung aus der CDU. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sagte dem SPIEGEL, bereits nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sei deutlich geworden, »wie verwundbar Volkswirtschaften sind, wenn sie in zentralen Bereichen von fossilen Energieimporten abhängig bleiben«. Die aktuelle Entwicklung zeige, dass Energiepolitik auch Sicherheitspolitik sei.

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»Deutschland und Europa müssen jetzt entschlossen handeln, strukturelle Abhängigkeiten von fossilen Importen reduzieren und den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent vorantreiben«, sagte Günther. »Wir müssen unsere Energieversorgung langfristig sicherer und unabhängiger machen.«

Schleswig-Holstein habe frühzeitig auf den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien gesetzt, so Günther. »Wind- und Solarenergie stärken nicht nur den Klimaschutz, sie tragen zu mehr Energiesouveränität und wirtschaftlicher Planungssicherheit bei.«