SpOn 28.11.2025
15:16 Uhr

Bundestag beschließt Haushalt für 2026: Hohe Neuverschuldung


Der Bundeshaushalt für das kommende Jahr steht: Die Ausgaben sollen 525 Milliarden Euro betragen, insgesamt sind Kredite von rund 180 Milliarden Euro geplant. Am meisten soll in Straßen, Brücken und Schienen investiert werden.

Bundestag beschließt Haushalt für 2026: Hohe Neuverschuldung

Der Bundestag hat den Haushalt für das nächste Jahr beschlossen. Der Etat 2026 sieht Ausgaben von fast 525 Milliarden Euro vor, in Kernhaushalt und Sondertöpfen zusammen sind Kredite von rund 180 Milliarden Euro geplant. »Dieser Haushalt hat erneut Rekordinvestitionen«, sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). »Wichtig ist aber auch, dass jetzt die Investitionen schnell fließen.«

Insgesamt genehmigten die Parlamentarier der Regierung von Kanzler Friedrich Merz Ausgaben in Höhe von 524,5 Milliarden Euro. Das sind 21,5 Milliarden mehr als dieses Jahr. Um das zu finanzieren, sollen allein im Kernhaushalt Schulden von fast 98 Milliarden Euro aufgenommen werden. Hinzu kommen Kredite aus Sondertöpfen für die Bundeswehr und die Infrastruktur. Die Schuldenbremse wird trotz der Kredite eingehalten. Das ermöglichen die im Frühjahr beschlossenen Lockerungen unter anderem für Verteidigungsausgaben.

Wohin das Geld aus dem Haushalt 2026 fließt

  • Mehr als ein Drittel des Haushalts macht der Arbeits- und Sozialetat aus. Die Regierung muss immer mehr Geld zur Rentenversicherung zuschießen. Leicht sinkende Ausgaben sind beim Bürgergeld geplant.

  • Der Etat mit den höchsten Investitionen ist der von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Das Geld fließt in Straßen, Brücken und Schienen. Zusätzlich zu fast 14 Milliarden im Kernhaushalt kann Schnieder noch mehr als 21 Milliarden Euro aus einem schuldenfinanzierten Sondertopf für die Infrastruktur verplanen.

  • Die Ausgaben für Verteidigung steigen auf rund 108 Milliarden Euro – ein Höchststand seit Ende des Kalten Krieges. Das Geld fließt etwa in militärisches Gerät und Munition, viel wird durch Kredite finanziert. Die Ukraine bekommt 11,5 Milliarden Euro für Artillerie, Drohnen, gepanzerte Fahrzeuge und andere Ausrüstung. Das ist laut Verteidigungsministerium der höchste Betrag seit dem russischen Angriff.

Die Opposition kritisiert den Haushalt der schwarz-roten Koalition. Die AfD warnte vor allem vor Milliarden-Zinszahlungen wegen der hohen Kredite. Grüne und Linke halten nicht die Kredite selbst für das größte Problem, sondern wofür sie eingesetzt werden.

Finanzminister Klingbeil richtet den Blick nun bereits auf die kommenden Jahre. Nach der jüngsten Steuerschätzung müssen allein für 2027 noch 22 bis 23 Milliarden zusammengekratzt oder eingespart werden.

jml/dpa