SpOn 17.05.2026
14:44 Uhr

Bundestag: Regenbogenflagge weht über dem Reichstagsgebäude


Einmal im Jahr wird es bunt auf dem Reichstag: Anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner entschieden, die Regenbogenflagge zu hissen – anders als beim CSD.

Bundestag: Regenbogenflagge weht über dem Reichstagsgebäude

Der Bundestag hat über dem Reichstagsgebäude in Berlin für einen Tag die Regenbogenflagge gehisst. Anlass ist der Internationale Tag gegen Homophobie, der zugleich der Jahrestag der vom Parlament 2002 beschlossenen Rehabilitierung homosexueller Opfer der NS-Justiz ist.

Es gebe daher einen klaren parlamentarischen Anlass – anders als beim Berliner Christopher Street Day (CSD), hatte das Büro von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) zuvor erklärt. Im vergangenen Jahr hatte es Streit gegeben, weil Klöckner sich geweigert hatte, die Regenbogenflagge auch am CSD zu hissen – so wie das ihre Amtsvorgängerin Bärbel Bas (SPD) getan hatte.

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Klöckner hatte entschieden, dass die Flagge einmal gehisst werde, und zwar am Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Sie hatte dies mit der Neutralitätspflicht der Bundestagsverwaltung begründet und betont, die Bundesflagge in Schwarz-Rot-Gold stehe für Freiheit, Menschenwürde und Gleichheit vor dem Gesetz – das umfasse auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das Vorgehen verteidigt und gesagt: »Der Bundestag ist ja nun kein Zirkuszelt«, auf dem man beliebig Flaggen hisse. Auch das hatte Kritik hervorgerufen, unter anderem von der Queer-Beauftragten der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD). Im ARD-»Interview der Woche« sagte Koch jetzt, Symbole wie die Flagge seien »wichtig für die Community«. Debatten darüber dürften aber nicht von relevanten Themen wie Sicherheit von queeren Menschen ablenken.

Seit einem Jahr ist Julia Klöckner Präsidentin des Deutschen Bundestags, in dem so viel gepöbelt, gejammert und befürchtet wird wie selten zuvor. Ja, die Zeiten sind ernst. Klöckner setzt mit guter Laune dagegen. Hier lesen Sie mehr .

svs/dpa