SpOn 05.01.2026
15:27 Uhr

Bundesregierung reagiert scharf auf russischen Spruch über Entführung von Kanzler Merz


Russlands Ex-Präsident Medwedew spekuliert nach der Festnahme von Venezuelas Machthaber Maduro über eine Entführung des Bundeskanzlers und bezeichnete ihn als Neonazi. Ein Sprecher der Bundesregierung reagierte nun deutlich.

Bundesregierung reagiert scharf auf russischen Spruch über Entführung von Kanzler Merz

Die Äußerungen des früheren russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew über eine mögliche Entführung von Bundeskanzler Friedrich Merz sorgen in Berlin für Empörung. »Derartige Drohungen verurteilen wir auf das Schärfste«, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Nach seinen Angaben sieht die Bundesregierung keinen Anlass, wegen der Äußerungen beim Schutz des Kanzlers nachzubessern.

»Die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen haben sich bewährt und bieten einen anlassbezogenen und der Gefährdungslage des Bundeskanzlers angemessenen Schutz«, betonte Hille. Kanzler Merz sei »gut und sicher geschützt«. Die Beamtinnen und Beamten der Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamts gehörten »zu den Besten der Welt«.

Medwedew beschimpfte Merz als Neonazi

Der frühere Kremlchef Medwedew hatte in einem Gespräch mit der russischen Staatsagentur Tass gesagt, dass er sich analog zu dem gewaltsamen Vorgehen der USA in Venezuela ähnliche Entführungsaktionen gegen andere Staats- oder Regierungschefs vorstellen könne, auch gegen Merz.

»Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie sein«, sagte der aktuelle Vizevorsitzende des nationalen Sicherheitsrats in Moskau. »Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust, zumal die Bürger umsonst leiden.«

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Medwedew hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum Scharfmacher gegen den Westen entwickelt. Er bezog sich auf die Gefangennahme des autoritären venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Truppen in Venezuela, der anschließend in die USA gebracht wurde.

Er fügte mit Blick auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hinzu, dass es aus dieser Sicht »sicherlich besser ist, sich nicht zu entspannen«, da dessen Amtszeit längst abgelaufen sei. Selenskyj allerdings bleibt aufgrund der Verfassung zu Kriegszeiten im Amt.

jpe/dpa