Luana Partimo, SPIEGEL:
»Was halten Sie von dem Bundeskanzler persönlich?«
Passantin:
»Gar nichts.«
Luana Partimo, SPIEGEL:
»Heute ist die Regierung genau ein Jahr im Amt. Zeit für eine Zwischenbilanz. Was lief gut, was schlecht und wie macht sich der Bundeskanzler Friedrich Merz?«
Passantin:
»Der Mann, der hat kein menschliches Mitgefühl. Der hat kein Feingefühl, der hat gar nichts. Und das ärgert mich auch. Ganz ehrlich.«
Passantin:
»Dass er halt einfach immer raushaut, ohne ein PR-Team oder Sonstiges zu haben. Hauptsache, so nach dem Motto, irgendwas sagen. Aber ich finde, gerade als Bundeskanzler sollte man da vielleicht doch noch mal ein oder zwei Mal mehr drüber nachdenken, was man dann tatsächlich öffentlich sagt.«
Luana Partimo, SPIEGEL:
»Hatten Sie irgendwelche Erwartungen vorher an die Regierung oder an den Kanzler?«
Passant:
»Die Sachen, die angestrebt worden sind, so umzusetzen, wie es halt in der Wahl versprochen worden ist. Natürlich, wenn man sich daran nicht hält, dann sollte man wenigstens explizit die Gründe nennen.«
Passant:
»Ich glaube, das, was viele Leute stört, ist, dass er viel versprochen hat, auch Sachen besser zu machen. Und häufig scheint das irgendwie genau das Versprechen zu sein, was er nicht einlösen kann.«
Luana Partimo, SPIEGEL:
»Hatten Sie vorher andere Erwartungen?«
Passantin:
»Definitiv. Dass er mehr für uns einsteht, mehr für die Bürger macht.«
Passant:
»Die Regierung ist noch gar nicht so richtig in Fahrt gekommen. Ich hoffe, dass da noch einiges passiert.«
Passant:
»Was mich so ein bisschen tatsächlich stört bzw. was mir Sorge bereitet, ist, dass wir jetzt schon, nach dem ersten Jahr, an einer Stelle sind, wo wir zum Ende der letzten GroKo waren. Dass es einfach sehr wenig Vertrauen zwischen den Koalitionspartnern zu geben scheint. Und ich hoffe, dass sich das noch ein bisschen verbessert.«
Passant:
»Die nächste Wahl wird ganz, ganz gravierend ausfallen. Es könnte passieren, dass wir dann das, was gewählt wird, so schnell nicht mehr loswerden. Also, ein Appell an die Regierung: Rauft euch zusammen und macht gemeinsame Politik.«