SpOn 20.02.2026
22:12 Uhr

Bundespräsidentenwahl: Lars Klingbeil spricht sich für gemeinsamen Kandidaten von Union und SPD aus


Vizekanzler Lars Klingbeil plädiert für einen gemeinsamen Vorschlag von Union und SPD für die Bundespräsidentenwahl. Er wünscht sich eine Frau für das höchste Staatsamt.

Bundespräsidentenwahl: Lars Klingbeil spricht sich für gemeinsamen Kandidaten von Union und SPD aus

Wenn es nach SPD-Chef Lars Klingbeil geht, würde die schwarz-rote Koalition eine gemeinsame Empfehlung für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aussprechen. »Erst einmal geht es darum, dass wir als Koalition einen gemeinsamen Vorschlag machen«, sagte der Vizekanzler den »Nürnberger Nachrichten« .

Auch wünscht sich der Finanzminister eine Frau im höchsten Staatsamt. Dafür sei es »höchste Zeit«. Welche Namen aktuell für das Amt gehandelt werden, lesen Sie hier .

Die zweite Amtszeit von Bundespräsident Steinmeier endet am 18. März 2027. Er kann nicht wiedergewählt werden. Ein Datum für die Bundespräsidentenwahl steht noch nicht fest. Nach SPIEGEL-Informationen streben Union und SPD den 30. Januar 2027 an. Der Bundestag bestätigte den Termin auf Anfrage nicht. Eine Entscheidung soll voraussichtlich im Ältestenrat des Bundestags in der kommenden Woche fallen.

Mit einem gemeinsamen Vorschlag könnte es anders laufen als bei der Kandidatur von Frauke Brosius-Gersdorf  für das Amt als Bundesverfassungsrichterin. Wegen Vorbehalten aus der Union gegen die von der SPD nominierte Brosius-Gersdorf war die Wahl von drei Verfassungsrichtern im Juli abgesagt worden, der Streit hatte die schwarz-rote Koalition in eine tiefe Krise gestürzt .

Staatsoberhaupt auch ohne Parteibuch

Die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Steinmeier muss aus Sicht des SPD-Chefs nicht zwingend aus der Politik kommen. »Ich bin auch offen für Persönlichkeiten, die parteipolitisch nicht so stark verortet sind. Wichtig ist eine Persönlichkeit, die Menschen zusammenführen kann, die für das Gemeinsame steht und unserem Land in diesen Zeiten Orientierung gibt«, betonte Klingbeil.

Auch Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz sowie CSU-Chef Markus Söder hatten bereits geäußert, dass sie es gut fänden, wenn es erstmals eine Bundespräsidentin gäbe. Ebenso warb Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann für eine Frau im Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten.

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CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zeigte sich wie Klingbeil offen für einen Nicht-Politiker als nächsten Bundespräsidenten. Im »Stern« hatte Linnemann auf Joachim Gauck verwiesen. Der parteilose Theologe war von 2012 bis 2017 Bundespräsident. Er war 2012 als gemeinsamer Kandidat von CDU/CSU, FDP, SPD und den Grünen angetreten.

esk/dpa